AST SpaceMobile Aktie: Neuer Vertriebschef, neue Konkurrenz
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 16:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Personalie trifft auf Gegenwind: AST SpaceMobile holt sich einen branchenerfahrenen Vertriebsmanager, kassiert aber zugleich eine Herabstufung. Vorbörslich legte die Aktie zuletzt leicht zu, nachdem sie am Donnerstag mit gut drei Prozent im Minus bei 57,04 Dollar geschlossen hatte.
Wayne Thorsen übernimmt den Vertrieb
Das Unternehmen ernennt Wayne Thorsen zum Executive Vice President und Chief Commercial Officer. Er bringt Erfahrung von Google Fi, SiriusXM sowie aus dem Geschäft mit Endgeräten und Vertriebsplattformen mit. Eine Meldung vom Donnerstagabend nennt zudem ein Aktienpaket von 200.000 Restricted Stock Units, das über drei Jahre unverfallbar wird.
Positiv werten Marktteilnehmer auch die Lage bei den Partnern. AT&T, T-Mobile und Verizon haben ein technologieneutrales Satelliten-Joint-Venture gegen Funklöcher gegründet. Bestehende Verträge mit einzelnen Anbietern bleiben dabei ausdrücklich bestehen, die Beziehungen zu AT&T und Verizon sind damit nicht berührt.
Bei der Konstellation geht es planmäßig voran. Die BlueBirds 14, 15 und 16 haben das Werk im texanischen Midland Richtung Cape Canaveral verlassen. Das Ziel bleibt eine Flotte von rund 45 Satelliten im Orbit.
B.Riley warnt vor günstigerer Konkurrenz
Die Analysten von B.Riley stufen die Aktie von "Buy" auf "Neutral" ab und senken das Kursziel von 85 auf 65 Dollar. Ihr Argument: Der Preisdruck im Geschäft mit Direktverbindungen zwischen Satellit und Handy dürfte steigen. Als Beispiel nennen sie das Gemeinschaftsunternehmen Equatys von Viasat und Space42, das ab 2028 eine Konstellation von bis zu 2.800 Satelliten starten will.
Equatys sucht nach weiteren Partnern. Käme Rocket Lab mit seinem von Iridium erworbenen L-Band-Spektrum an Bord, wäre AST SpaceMobile laut B.Riley im Nachteil. An der technischen Differenzierung des eigenen Netzes zweifeln die Analysten nicht. Sie halten die Aktie aber für fair bewertet, solange Daten zur Kundenakzeptanz und zu den Tarifpreisen der Netzbetreiber fehlen.
Die Marktkapitalisierung beträgt rund 22 Milliarden Dollar, der Umsatz der vergangenen zwölf Monate lag bei gut 115 Millionen Dollar. Das Unternehmen bleibt defizitär.
Rechtliche Risiken und Quartalszahlen
Hinzu kommen zwei Sammelklagen von Wertpapierinhabern, die heute eingereicht wurden. Die Frist für die Bewerbung als Lead-Plaintiff läuft bis zum 13. November. Vorangegangen war ein zweites Quartal, in dem der bereinigte Verlust je Aktie mit 0,77 Dollar deutlich größer ausfiel als erwartet. Der Umsatz blieb mit 31,5 Millionen Dollar ebenfalls unter der Prognose, hat sich zum Vorquartal aber verdoppelt.
Dass die Analystenlager auseinanderliegen, zeigen frühere Einschätzungen. Berenberg startete mit einem Kursziel von 92 Dollar, Cantor Fitzgerald hob auf 90 Dollar an. Nach B.Rileys Schritt liegt das niedrigste genannte Ziel bei 65 Dollar. Der nächste feste Termin ist der 13. November, wenn die Frist für die Lead-Plaintiff-Anträge endet.
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