AST SpaceMobile Aktie: August-Start mit BlueBird 11, 12, 13
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 20:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Raketenstart soll richten, was Monate an Kursverlust angerichtet haben. AST SpaceMobile schließt Ende Juli bei 51,20 Euro – ein Plus von 3,54 Prozent auf Wochensicht, aber immer noch tief in der Verlustzone nach einem 30-Tage-Einbruch von 32,36 Prozent. Für mich überwiegen trotzdem die Argumente für eine Erholung, wenn auch nur für geduldige Anleger.
Der Absturz vom Mai-Hoch bei 114,60 Euro ist brutal: Über 55 Prozent Abstand zum 52-Wochen-Hoch. Gleichzeitig liegt der Kurs immer noch gut 60 Prozent über dem Tief vom September 2025. Diese Spanne zeigt: Der Markt hat die Aktie nicht abgeschrieben, er sucht nach einem neuen Ankerpunkt.
Der Rückzug zu SpaceX
Die eigentliche Geschichte spielt sich im Orbit ab. Am 19. April 2026 scheiterte der Start des Satelliten BlueBird 7 an Bord von Blue Origins New-Glenn-Rakete – die Nutzlast erreichte nicht die korrekte Umlaufbahn. AST SpaceMobile zog daraus die Konsequenz und kehrt zu seinem bewährten Partner zurück.
Im August 2026 sollen die Satelliten BlueBird 11, 12 und 13 an Bord einer Falcon 9 ins All starten. Das ist keine Routine-Mission. Gelingt der Start, beweist das Unternehmen, dass es seine Satellitenkonstellation trotz der Rückschläge bei den Trägerraketen im großen Stil ausbauen kann. Scheitert er erneut, dürfte das Vertrauen der Anleger einen weiteren herben Dämpfer bekommen.
Scotiabank sieht das Schlimmste vorbei
Ein Signal für die jüngste Stabilisierung kam von Scotiabank. Die Bank hob ihre Einstufung von "Sector Underperform" auf "Sector Perform" an. Das ist kein Kaufsignal, aber ein Hinweis: Der stärkste Abwärtsdruck könnte nachlassen.
Das Kursziel im Konsens liegt bei 69,76 Euro – ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von rund 36 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Allerdings bleibt das Analystenlager gespalten. Einige Häuser halten an aggressiven Kaufempfehlungen fest, andere bleiben mit einer Untergewichten-Einstufung skeptisch. Diese Uneinigkeit passt zu einem Unternehmen, das operativ noch deutliche Verluste schreibt, während es seine Infrastruktur aufbaut.
Bell Canada baut die Basis am Boden
Abseits der Satelliten nimmt die kommerzielle Infrastruktur Formen an. Bell Canada hat in Quebec eine Bodenstation fertiggestellt, die speziell den Dienst von AST SpaceMobile unterstützen soll. Bell plant, die Satelliten-Handy-Verbindung Anfang 2027 zu starten – der kommerzielle Weg wird damit greifbarer.
Das ist wichtig, denn die Konkurrenz schläft nicht. SpaceX treibt mit Starlink Mobile bereits über Partnerschaften mit anderen Netzbetreibern ein eigenes Konkurrenzangebot voran. AST SpaceMobiles Versprechen, "tote Zonen" ohne Netzabdeckung zu schließen, bleibt aber ein handfestes Verkaufsargument – eines, das die Marktkapitalisierung von knapp 19,8 Milliarden Euro stützt.
Institutionen kaufen, die Achterbahn bleibt
Trotz eines Jahresverlusts von 17,42 Prozent bleibt das institutionelle Interesse robust. SEC-Meldungen zeigen: Quantinno Capital Management hat seine Position im ersten Quartal deutlich ausgebaut. Solches Kaufverhalten großer Investoren wirkt wie ein Boden unter der Aktie – auch wenn die annualisierte Volatilität von 109,44 Prozent zeigt, wie nervös der Markt insgesamt bleibt.
Der 14-Tage-RSI von 40,9 passt ins Bild einer Aktie, die weder überkauft noch überverkauft ist. Sie braucht einen echten fundamentalen Auslöser, um den Weg zurück zu ihren langfristigen Durchschnittslinien anzutreten. Der erfolgreiche August-Start dürfte genau dieser Katalysator sein – oder eben nicht.
Mein Fazit: Eine Prüfung der Ausführung
Der Blick auf die Zwölf-Monats-Bilanz zeigt: Trotz des schwierigen Jahres steht unterm Strich noch ein Plus von 9,87 Prozent. Das spricht für eine gewisse Resilienz, auch wenn der jüngste Ausverkauf schmerzt.
Der gescheiterte BlueBird-7-Start im April bleibt eine Mahnung: Satellitenstarts sind keine Selbstläufer, das Risiko ist real. Verläuft der August-Start dagegen ohne Zwischenfälle, sehe ich realistische Chancen, dass die Aktie ihren Weg zurück in Richtung des Konsens-Kursziels von 69,76 Euro beginnt. Für risikobereite Anleger markiert der aktuelle Rücksetzer aus meiner Sicht einen interessanten Einstiegspunkt vor der nächsten Phase der Kommerzialisierung – vorausgesetzt, die Rakete hält, was der Zeitplan verspricht.
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