AST, SpaceMobile

AST SpaceMobile Aktie: 55% unter 114,60-Euro-Hoch

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 16:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AST SpaceMobile steht vor richtungsweisenden Tagen: Satellitenmission am 5. August und Geschäftszahlen am 10. August könnten die Kursstabilisierung auf die Probe stellen.

AST SpaceMobile: Satellitenstart und Quartalszahlen als Richtungsweiser
Abstrakte Darstellung von Satellitentechnologie und globaler Vernetzung im Weltraum vor einem dunklen Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Kurs von AST SpaceMobile stabilisiert sich – vorerst. Nach einem verheerenden Monat schloss die Aktie am Freitag bei 51,20 Euro, ein Plus von 3,54 Prozent auf Wochensicht. Das klingt nach Erholung. Mein Blick auf die kommenden Tage sagt: Das ist noch keine.

Denn die eigentliche Bewährungsprobe steht erst bevor. Am Mittwoch startet eine kritische Satellitenmission, am 10. August folgt das Geschäftsupdate zum zweiten Quartal. Beide Termine dürften darüber entscheiden, ob die jüngste Stabilisierung trägt – oder nur eine Verschnaufpause in einer größeren Korrektur war.

Ein Chart im Krisenmodus

Die technische Lage bleibt ernüchternd. Trotz der Erholung der letzten Woche steht die Aktie 32,36 Prozent tiefer als vor einem Monat. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus 17,42 Prozent.

Besonders deutlich wird das Ausmaß im Vergleich zum 52-Wochen-Hoch von 114,60 Euro, erreicht Ende Mai. Davon trennen den aktuellen Kurs mittlerweile 55,32 Prozent. Das ist kein normaler Rücksetzer. Das ist ein Vertrauensverlust, der sich in Zahlen gegossen hat.

Die Verschiebung des kommerziellen Direct-to-Device-Angebots auf Anfang 2027 dürfte diesen Vertrauensverlust mit ausgelöst haben. Für mich ist das der eigentliche Kern der Geschichte: Der Markt bestraft nicht nur schlechte Nachrichten, er bestraft auch verschobene gute Nachrichten.

Mittwoch: Der Start muss sitzen

Am 5. August bringt eine SpaceX-Falcon-9-Rakete von Cape Canaveral aus drei weitere BlueBird-Satelliten ins All. Diese Block-2-Satelliten sollen deutlich mehr Bandbreite liefern als ihre Vorgänger. Für AST SpaceMobile ist das mehr als ein PR-Termin.

Der Start ist der Nachweis, dass das Unternehmen sein Ausbautempo halten kann. Die Börse reagiert bekanntlich oft nach dem Muster "Gerücht kaufen, Fakten verkaufen". Hier könnte es umgekehrt laufen: Ein erfolgreicher Start ist das Minimum, um weiteres Vertrauen nicht zu verspielen.

Die Kursausschläge dürften dabei heftig bleiben. Bei einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 109,44 Prozent sind zweistellige Tagesbewegungen keine Ausnahme, sondern die Regel. Gelingt der Start, könnte das Momentum für einen Test der nächsten Widerstandszonen reichen. Scheitert er, dürfte die Aktie schnell wieder in Richtung ihres 52-Wochen-Tiefs bei 31,60 Euro rutschen.

Der 10. August: Die eigentliche Nagelprobe

Der Satellitenstart liefert die Bilder. Die Zahlen liefert der Call zum Geschäftsupdate am darauffolgenden Montag. Für mich ist das der wichtigere Termin der beiden.

Investoren warten auf Antworten in drei Bereichen:

  • Wie sieht die Finanzierung nach den jüngsten Wandelanleihen konkret aus?
  • Wie weit ist der Ausbau der Fertigungskapazitäten in Texas?
  • Welchen Weg sieht das Management zu ersten kommerziellen Umsätzen, nachdem der Zeitplan bereits einmal auf 2027 verschoben wurde?

Klare Antworten hier wiegen für mich schwerer als spektakuläre Startbilder aus Cape Canaveral.

Mein Fazit

Analysten bleiben trotz allem grundsätzlich optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 69,76 Euro – ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von 36,3 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Das signalisiert: Der langfristige Business-Case gilt am Markt weiterhin als intakt, auch wenn der Weg dorthin holpriger geworden ist.

Der RSI von 40,9 zeigt zudem, dass die Aktie technisch noch nicht überverkauft ist. Es bleibt also Raum für weitere Konsolidierung, bevor sich eine nachhaltige Trendwende ausbilden kann.

Unterm Strich sehe ich eine Aktie in einer Hochrisiko-Stabilisierungsphase. Wer langfristig denkt, dem bietet der große Abstand zu den gleitenden Durchschnitten möglicherweise eine Gelegenheit – vorausgesetzt, der Start am 5. August verläuft ohne Zwischenfälle. Die technischen Schäden der letzten dreißig Tage sind real, und sie verschwinden nicht durch einen einzelnen guten Tag. Die kommende Woche wird zeigen, ob 51,20 Euro tatsächlich ein Boden ist – oder nur die nächste Zwischenstation nach unten.

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