ASML: 2.500 Euro Kursziel von Bernstein
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 17:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei Analysehäuser sprechen sich fast zeitgleich für ASML aus. Goldman Sachs und Bernstein sehen beim niederländischen Lithografie-Spezialisten mehr Preismacht und höhere Margen, als der Markt derzeit einpreist. Der Kurs reagiert: Innerhalb von sieben Tagen legt die Aktie um 8,85 Prozent zu.
Goldman Sachs nimmt ASML in die Top-Liste auf
Goldman Sachs hat ASML in seine europäische Conviction List aufgenommen. Analyst Alex Duval begründet den Schritt mit einer besseren Sichtbarkeit auf die Kapazitätspläne des Unternehmens. Sowohl im Logic- als auch im DRAM-Speichersegment sieht er einen starken Auftragseingang.
Duval rechnet damit, dass die Gewinnschätzungen je Aktie für die Jahre 2027 bis 2029 den aktuellen Marktkonsens um 5 bis 18 Prozent übertreffen. Goldman erwartet zudem, dass die Gewinnmarge von rund 41 Prozent im Geschäftsjahr 2026 auf etwa 50 Prozent bis 2029 steigt. Treiber sind eine solide Preissetzungsmacht, operative Hebelwirkung und eine Verschiebung hin zu teureren Maschinenplattformen.
Bernstein sieht Chancen, die der Markt übersieht
Bernstein zieht nach und nennt ASML zu einer der Top-Ideen für das dritte Quartal 2026. Die Analysten bestätigen ihr "Outperform"-Rating und setzen das Kursziel auf 2.500 Euro. Ihre These: Der Markt unterschätzt sowohl die Preismacht als auch das Margenpotenzial des Konzerns.
Ein Grund dafür liegt in der steigenden Lithografie-Intensität. Sie wandert von 20 Prozent auf fast 30 Prozent, weil DRAM-Produktion zunehmend auf fortschrittlichere EUV-Schichten umsteigt. Jede zusätzliche Schicht bedeutet mehr Bedarf an ASML-Maschinen.
Die Analysten relativieren zudem die Sorgen um chinesische Konkurrenten. China steuerte in der ersten Hälfte 2026 nur 16 Prozent zum ASML-Umsatz bei. Das begrenzt laut Bernstein das Risiko durch heimische Wettbewerber in China deutlich. Bis 2030 erwarten die Analysten, dass praktisch alle führenden Chiphersteller in DRAM und Logic auf die nächste EUV-Generation namens High-NA umsteigen.
Kapazität bis 2027 ausgebucht
Die Nachfrage nach Halbleitern bleibt hoch, angetrieben vor allem vom Ausbau der KI-Infrastruktur. ASMLs Produktionskapazität für die nächste EUV-Generation ist bereits bis Ende 2027 praktisch ausgebucht. Zusätzliche Sicherheit für die Lieferkette liefert Zeiss: Der exklusive Optik-Zulieferer von ASML baut seine langfristige Fertigungskapazität aus, um die steigende Nachfrage zu bedienen. Für 2026 plant ASML die Auslieferung von mindestens 60 EUV-Lithografiesystemen.
Trotz der positiven Analystenstimmen notiert die Aktie aktuell bei 1.473,00 Euro und damit 15,73 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 1.748,00 Euro vom 30. Juni 2026. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 1.211,82 Euro besteht dagegen ein Polster von 21,55 Prozent. Die Kursbewegung der vergangenen Tage zeigt: Die Aussicht auf steigende Margen bis 2029 wiegt für viele Investoren schwerer als der Abstand zum Hoch vom Sommer.
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