Apple Aktie: Ternus zieht den Preishebel
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Acht Tage im Amt, dann die erste Keynote: John Ternus hat Tim Cook als Apple-Chef abgelöst und direkt sein größtes Wagnis vorgestellt — das iPhone Duo, das erste Falt-iPhone des Konzerns. Nebenbei wird auch die restliche Produktpalette teurer. Für Anleger ist das die eigentliche Nachricht hinter der Keynote.
Ein spätes, aber teures Debüt
Das iPhone Duo öffnet sich zu einem 7,6 Zoll großen Innendisplay, außen sitzt ein 5,4-Zoll-Bildschirm. Angetrieben wird das Gerät vom neuen A20-Pro-Chip, gefertigt im 2-Nanometer-Verfahren — ein Novum für Smartphone-Prozessoren. Der Einstiegspreis liegt bei 1.999 Dollar, in Deutschland bei 2.299 Euro, und macht das Duo zum teuersten iPhone der Firmengeschichte.
Damit positioniert sich Apple bewusst über Samsungs Galaxy Z Fold8 und Googles Pixel 11 Pro Fold, die auf vergleichbarem Speicherniveau rund 100 Dollar günstiger starten. Kompromisse gibt es trotzdem: Der optische Zoom bleibt auf das Zweifache begrenzt, entsperrt wird per Fingerabdruck statt Gesichtserkennung. Vorbestellungen starten am 16. Oktober, der Verkauf beginnt eine Woche später.
Der Markt für Falt-Smartphones ist bislang eine Nische mit gut zwei Prozent Anteil am globalen Smartphone-Absatz, dominiert von Huawei. Die Marktforscher von IDC trauen Apple dennoch zu, binnen zwölf Monaten die Führung zu übernehmen — mit einem prognostizierten Marktanteil von 31 Prozent nach Stückzahlen und 44 Prozent nach Umsatz bis 2027.
Preiserhöhung durch die Hintertür
Während das Duo als Zukunftswette inszeniert wird, dürfte die Bilanzrelevanz woanders liegen. Die Pro-Modelle der 18er-Reihe verteuern sich um 100 Dollar auf 1.199 beziehungsweise 1.299 Dollar zum Start. Apple begründet den Schritt mit gestiegenen Speicherchip-Kosten — ein Signal, dass die Marge in einem von Kostendruck geprägten Umfeld verteidigt werden soll.
Auch bei Zubehör zieht der Konzern die Preisschraube leicht an: Die neuen AirPods starten bei 129 Dollar, die Apple Watch Series 12 bei 399 Dollar, die Ultra 4 bei 799 Dollar. Auffällig ist zudem, dass das reguläre iPhone-18-Modell diesmal fehlte — Berichten zufolge soll es erst im Frühjahr nachgereicht werden, ein Bruch mit dem bisherigen Rhythmus paralleler Vorstellungen.
Ternus setzte in seiner ersten Keynote klar auf das Thema Privatsphäre als KI-Differenzierung: Die überarbeitete Siri AI soll mit über 300.000 Apps zusammenarbeiten und Anfragen möglichst auf dem Gerät verarbeiten, schwerere Aufgaben laufen über Apples Private-Cloud-Compute-System. In der EU und China bleiben mehrere KI-Funktionen vorerst gesperrt — ein Punkt, der regulatorische Reibung weiter offenhält.
Am Rande der Keynote bewegte sich die Apple-Aktie im NASDAQ-Handel nur leicht, während der Gesamtmarkt unter steigenden Ölpreisen und Zollstreitigkeiten litt. Die eigentliche Bewährungsprobe für das Duo beginnt erst mit dem Verkaufsstart am 23. Oktober — dann zeigt sich, ob die Nachfrage die höhere Preisspanne rechtfertigt.
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