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Amazon Aktie: FTC startet neue Prime-Erstattungen

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 04:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rosenblatt hebt Amazons Kursziel an; zugleich wachsen AWS und Werbung deutlich zweistellig, während weitere FTC-Erstattungen beginnen.

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Amazon.com Inc. (US0231351067) fulfillment center conveyor belts with robotic arms sorting packages Illustration mit AI erstellt.

Rosenblatt Securities blickt optimistischer auf Amazon und bekräftigt die Kaufempfehlung. Analyst Scott Devitt hob das Kursziel für die Aktie gestern von 335 auf 360 US-Dollar an. Marktbeobachter befürchteten zuletzt, autonome KI-Shoppingassistenten könnten das lukrative Werbegeschäft des Online-Riesen verdrängen. Rosenblatt hält diese Sorgen jedoch für übertrieben und passte die langfristigen Schätzungen nach oben an.

An den europäischen Handelsplätzen zeigte sich die Aktie zuletzt stabil. Am Mittwoch ging das Papier mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 220,25 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursgewinn damit auf 12 Prozent.

Die Debatte um künstliche Intelligenz im E-Commerce dreht sich vor allem um die Frage, wer in Zukunft die Schnittstelle zum Kunden beherrscht. Wenn automatisierte Software-Agenten die Suche nach Produkten übernehmen, drohen klassische Werbebanner und Klickmodelle an Bedeutung zu verlieren. Für Amazon steht dabei viel auf dem Spiel, da die Retail-Media-Sparte zu den margenstärksten Geschäftsbereichen des Konzerns zählt.

Devitt argumentiert, dass Amazon seinen Wert bei der eigentlichen Kaufabwicklung und in der Logistik behält. Selbst bei veränderten Suchmustern profitiere das Unternehmen von steigenden Transaktionen. Zudem zeigten erste gesponserte Platzierungen in KI-Assistenten ermutigende Ergebnisse.

Kunden, die auf gesponserte Vorschläge eingehen, schließen ihren Einkauf demnach deutlich häufiger ab.

Wachstum im Werbesektor und Cloud-Geschäft

Rückendeckung erhält der Konzern durch seine operative Entwicklung im zweiten Quartal. Dabei wuchsen sowohl das Cloud-Geschäft von AWS als auch die Werbesparte deutlich zweistellig gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die Dynamik in diesen beiden Segmenten verschafft dem Technologiekonzern finanziellen Spielraum. Während das margenschwächere Handelsgeschäft hohe Logistikinvestitionen bindet, werfen AWS und Retail Media hohe operative Erträge ab. Genau diese Ertragskraft ist entscheidend, um die massiven Investitionen in künftige Server- und KI-Infrastruktur dauerhaft zu finanzieren.

FTC-Auszahlungen starten in den USA

Parallel zu den technologischen Entwicklungen arbeitet das Unternehmen regulatorische Altlasten ab. Am heutigen Donnerstag beginnt in den USA eine erweiterte automatische Erstattungsrunde aus einem Vergleich mit der Federal Trade Commission (FTC). Gegenstand des 2025 geschlossenen Abkommens über insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar sind beanstandete Anmelde- und Kündigungsprozesse beim Prime-Abonnement.

Bis September zahlte die Behörde bereits über 845 Millionen US-Dollar an berechtigte Kunden aus. Betroffen sind Verbraucher, die Prime über unklare Abläufe abonnierten oder den Dienst online vergeblich kündigen wollten.

Der maximale Erstattungsbetrag steigt ab heute auf 200 US-Dollar je Person, nachdem zuvor bis zu 51 US-Dollar ausgezahlt worden waren. Die Abwicklung erfolgt automatisch per Scheck oder Online-Zahldienst, wobei Amazon im Rahmen des Vergleichs kein Fehlverhalten einräumte.

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