Amazon Aktie: AWS hebt GPU-Gebühren um 15 Prozent an
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 14:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die starke Nachfrage nach KI-Rechenleistung verschafft Amazons Cloud-Sparte AWS spürbare Preissetzungsmacht. Gleich zwei renommierte Analysehäuser honorierten diese Entwicklung am heutigen Donnerstag mit optimistischen Einschätzungen: Während Goldman Sachs den Konzern in die monatlich aktualisierte Auswahlliste der aussichtsreichsten US-Aktien aufnahm, bekräftigte Wells Fargo die Einstufung „Overweight“. An den Märkten stieß dies auf Zustimmung: Der Aktienkurs stieg heute um 1,1 Prozent auf 222,75 Euro.
Steigende Gebühren für Rechenleistung
Wells Fargo begründete den positiven Ausblick mit anziehenden Preisen für spezialisierte Serverkapazitäten. Nach einer spürbaren Anhebung zur Jahresmitte hebt AWS die Gebühren für GPU-Reservierungsblöcke ab dem 7. Oktober Medienberichten zufolge um 15 Prozent an. Dies markiert bereits den vierten vierteljährlichen Preisschritt in Folge.
Für moderne Beschleuniger zogen die Tarife im laufenden Jahr teils um bis zu drei Viertel an, wobei zum Jahresende erstmals auch ältere Chipgenerationen erfasst werden.
Die Reservierungsblöcke sichern Unternehmenskunden feste Rechenkapazitäten für bis zu sechs Monate. Da viele Kunden an bestehende Vereinbarungen gebunden sind, schlägt sich die verbesserte Preissetzungsmacht erst allmählich in den Zahlen nieder. Wells Fargo rechnet daher vor allem für Anfang 2027 mit einer Beschleunigung des Umsatzwachstums bei AWS und beziffert das Kursziel auf 338 US-Dollar.
Hohe Erwartungen an Margen und Wachstum
In diesen Optimismus reiht sich Goldman Sachs ein. Die Analysten erwarten, dass Amazon über mehrere Jahre hinweg von einem stetigen Umsatzanstieg und expandierenden operativen Margen profitieren wird.
Die Cloud-Sparte AWS untermauerte ihre zentrale Ertragsfunktion bereits im Juni-Quartal: Der Spartenumsatz kletterte im Jahresvergleich um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden US-Dollar. Parallel dazu zog das operative Betriebsergebnis des Segments deutlich auf 16,6 Milliarden US-Dollar an. Um die hohe Auslastung zu bedienen und das Angebot zu erweitern, führt Amazon schrittweise neue Instanzen auf Basis moderner Prozessorarchitekturen ein.
Milliardenschwere Investitionen belasten Cashflow
Dem profitablen Wachstum stehen allerdings beträchtliche Ausgaben gegenüber. Amazon passte seine geplanten Investitionen für das Gesamtjahr auf 220 Milliarden US-Dollar an, was unter anderem auf gestiegene Beschaffungskosten für Schlüsselkomponenten zurückgeht. Dieser massive Kapitalbedarf hinterließ Spuren in der Liquiditätsentwicklung: Der freie Cashflow für die vorangegangenen zwölf Monate drehte mit 7,6 Milliarden US-Dollar ins Minus.
Trotz der anhaltenden Ausgabenoffensive honorieren Investoren die dominante Marktstellung im Cloud-Sektor. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von 13 Prozent, getragen von der Erwartung, dass die Preiserhöhungen mittelfristig für zusätzliche Ertragsschübe sorgen werden.
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