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Amazon Aktie: Anthropic bindet sich an AWS

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 08:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Anthropic plant über zehn Jahre mindestens 110 Milliarden US-Dollar für AWS; Amazon baut zugleich Rechenzentren aus und verkauft Regionaldienste.

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Amazon.com Inc. (US0231351067) fulfillment center conveyor belts with robotic arms sorting packages Illustration mit AI erstellt.

Unterlagen zum vertraulichen Börsengang des KI-Entwicklers Anthropic offenbaren das enorme Ausmaß der Partnerschaft mit Amazon. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hat sich das Start-up verpflichtet, über zehn Jahre mindestens 110 Milliarden US-Dollar für Cloud-Infrastruktur bei Amazon Web Services auszugeben. An der Börse schloss die Amazon-Aktie gestern bei 217,50 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus damit auf solide zehn Prozent.

Laut den Zulassungsunterlagen hält der US-Konzern rund 21 Prozent an Anthropic. Die Kooperation reicht weit über eine reine Kapitalbeteiligung hinaus.

Diese langfristige Partnerschaft verschafft dem Cloud-Pionier spürbare Planungssicherheit im intensiven Wettbewerb mit Rivalen wie Microsoft oder Alphabet.

Durch die Integration moderner Sprachmodelle auf der Plattform Amazon Bedrock baut der Konzern seine Position bei lukrativen Unternehmensanwendungen systematisch aus. Geschäftskunden erhalten dadurch nahtlosen Zugriff auf generative Modelle, ohne ihre gewohnte Arbeitsumgebung verlassen zu müssen.

Gezielter Ausbau der globalen Infrastruktur

Um den rasant wachsenden Rechenbedarf zu bewältigen, erweitert Amazon parallel die physische Basis seiner Rechenzentren. In Hongkong vereinbarte die Konzerntochter Amazon Data Services den Erwerb zweier Rechenzentren für maximal 2,445 Milliarden Hongkong-Dollar.

Mit dieser Beteiligung sichert sich Amazon direkten Einfluss auf die Produktion kritischer Serverbauteile. In einem Marktumfeld mit knappen Fertigungskapazitäten gewinnt die Kontrolle der Hardware-Lieferkette zentrale Bedeutung für margenstarke Cloud-Anbieter. Die Sicherung eigener Rechenzentren und spezialisierter Bauteile soll künftige Engpässe von vornherein vermeiden.

Portfolio-Bereinigung und positive Analystenstimmen

Gleichzeitig trennt sich das Unternehmen von Randaktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts. Amazon vereinbarte den Verkauf seiner Zahlungsdienste im Nahen Osten und Nordafrika für mehr als 100 Millionen US-Dollar an den Anbieter PayTabs. Der Geschäftsbereich, der 2017 im Zuge der Souq-Übernahme zum Konzern stieß, bedient in der Region über 3.500 Unternehmenskunden.

Am Markt stößt die konsequente Ausrichtung auf hochmargige Wachstumsfelder auf Zuspruch. Das Analysehaus Raymond James bekräftigt seine Einstufung mit „Outperform“ und beziffert das Kursziel auf 280 US-Dollar. Aus charttechnischer Sicht notiert das Papier zudem stabil über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 208,03 Euro.

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