Amazon Aktie: 496 Milliarden Dollar Cloud-Aufträge
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 10:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein gewaltiger Auftragsbestand im Cloud-Geschäft untermauert die Wachstumsstrategie von Amazon im Bereich der künstlichen Intelligenz. Das Vertragsvolumen von Amazon Web Services summierte sich zuletzt auf rund 496 Milliarden Dollar. Gleichzeitig kletterte die operative Marge der Sparte auf beachtliche 39 Prozent.
Die Cloud-Einheit bleibt damit das unumstrittene Ertragszentrum des Konzerns. Im zweiten Quartal 2026 beschleunigte sich das Umsatzwachstum von AWS auf 37 Prozent im Jahresvergleich und trug rund 60 Prozent zum gesamten operativen Konzerngewinn bei.
Rechenzentren stoßen an Kapazitätsgrenzen
Trotz der starken Nachfrage sieht sich das Management mit operativen Hürden konfrontiert. Konzernchef Andy Jassy verwies darauf, dass die vorhandene Infrastruktur die rasant steigende Nachfrage im laufenden Jahr kaum decken könne. Dieser Kapazitätsengpass dürfte sich nach seiner Einschätzung bis ins Jahr 2027 hineinziehen, während bereits Anfragen für das Jahr 2028 auflaufen.
Um diesen Engpass aufzulösen, plant Amazon für das Gesamtjahr 2026 mit Investitionsausgaben von rund 220 Milliarden Dollar, die nahezu vollständig in Rechenzentren und Serverhardware fließen. Der langfristige KI-Investitionszyklus soll nach Managementangaben mindestens bis zum Ende des Jahrzehnts andauern.
Parallel zur Hardware forciert das Unternehmen den Wettbewerb um Fachkräfte. Medienberichten zufolge bemüht sich der Konzern derzeit verstärkt darum, ehemalige Spezialisten für die Bereiche künstliche Intelligenz und Cloud über interne Rekrutierungsinitiativen zurückzugewinnen. Eine Konzernsprecherin betonte diesbezüglich, die Wiedereinstellung früherer Mitarbeiter gehöre zur regulären Praxis bei der Besetzung offener Stellen.
Hohe Ausgaben dämpfen den Aktienkurs
An den Finanzmärkten sorgte der enorme Kapitalbedarf zuletzt für Zurückhaltung. Die Amazon-Aktie gab gestern im deutschen Handel um 1,7 Prozent nach und schloss bei 219,00 Euro. Damit liegt das Papier aktuell 12 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 249,00 Euro.
Die hohen Vorabinvestitionen belasten vorübergehend den Barmittelfluss, bevor neue Infrastrukturen rentabel werden. Dennoch bleibt die Zuversicht der Wall Street für die weitere Geschäftsentwicklung überwiegend ungebrochen. Analysten der Deutschen Bank beziffern das Kursziel auf 325 Dollar, während die Experten von Barclays sogar 365 Dollar für erreichbar halten.
Logistiknetzwerk und Nachhaltigkeitsziele
Neben dem Rechenzentrumsgeschäft baut das Unternehmen auch seine logistische Infrastruktur aus. Das US-Netzwerk an Abholstationen wuchs jüngst auf knapp 30.000 Standorte an. Die Stationen sollen Lieferabläufe effizienter gestalten, wobei an vielen Standorten auch unkomplizierte Warenrückgaben ohne gesonderte Verpackung möglich sind.
Der massive Ausbau von Rechenzentren stellt den Konzern jedoch vor Herausforderungen bei seinen ökologischen Zielsetzungen. Bei einer Veranstaltung erklärte Nachhaltigkeitschefin Kara Hurst, Amazon halte unverändert am Ziel fest, bis 2040 unter dem Strich keine Treibhausgase mehr auszustoßen. Sie räumte jedoch ein, dass das Unternehmen angesichts des rasant wachsenden Energiebedarfs für Zukunftstechnologien noch nicht alle Wege kenne, um diese Vorgabe vollständig zu erfüllen.
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