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Air France Klm Aktie: Kerosin frisst Gewinn

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 11:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Air France-KLM verzeichnet Umsatzplus, aber Gewinneinbruch durch höhere Kerosinausgaben. Premium-Reisen und Expansion in Skandinavien und Portugal sollen gegensteuern.

Air France-KLM Aktie: Steigende Treibstoffkosten belasten Quartalsgewinn
Nahaufnahme eines modernen Flugzeugtriebwerks bei Sonnenaufgang, symbolisch für die Luftfahrtindustrie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Air France-KLM zeigt im zweiten Quartal ein Muster, das viele Fluggesellschaften kennen: Die Kasse klingelt, doch unter dem Strich bleibt weniger übrig. Der Umsatz kletterte um 9,9 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro. Der Nettogewinn brach dagegen um 71 Prozent auf 190 Millionen Euro ein, nach 649 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Verantwortlich dafür sind vor allem die Treibstoffkosten. Sie belasteten das Quartal mit 900 Millionen Dollar zusätzlich — deutlich mehr, als das Unternehmen ursprünglich eingeplant hatte. Über höhere Ticketpreise und starke Nachfrage in Premium-Kabinen konnte Air France-KLM rund 85 Prozent dieser Mehrkosten wieder hereinholen. Das operative Ergebnis (bereinigt) sank dennoch auf 484 Millionen Euro, nach 735 Millionen Euro im Vorjahr.

Premium-Kabinen als Stabilisator

Die Erholung der Marge stützt sich fast vollständig auf zahlungskräftige Reisende. La Première und Business Class legten im ersten Halbjahr um 11 Prozent zu, mit besonders starker Nachfrage aus Indien und den USA. Die Premium Economy wuchs sogar um 13 Prozent. Premium-Segmente machen mittlerweile fast 30 Prozent des Passagierumsatzes aus — vor zwei Jahren waren es noch gut 27 Prozent.

Zwischen den beiden Kernmarken zeigt sich ein deutlicher Unterschied. Air France kam bei 5,5 Milliarden Euro Umsatz nur auf eine operative Marge von 4,1 Prozent, während KLM bei 3,9 Milliarden Euro Umsatz auf 4,5 Prozent kam und sein Ergebnis nahezu stabil hielt. Der eigentliche Gewinnbringer bleibt das Vielfliegerprogramm Flying Blue: Der Umsatz sprang um 42,5 Prozent auf 325 Millionen Euro, bei einer Marge von 28 Prozent.

Expansion in Skandinavien und Portugal

Während die operative Marge unter Druck steht, treibt Air France-KLM seine europäische Konsolidierungsstrategie voran. Die Gruppe kündigte an, ihren Anteil an der schwedischen SAS von 19,9 auf 60,5 Prozent aufzustocken — vorbehaltlich der EU-Genehmigung. Parallel legte das Unternehmen ein bindendes Angebot für einen Anteil von bis zu 49,9 Prozent an TAP Air Portugal vor, was dem Konzern über Lissabon einen zusätzlichen Südeuropa-Hub verschaffen würde.

Finanziell steht die Gruppe auf solidem Grund. Die Nettoverschuldung blieb mit 8,4 Milliarden Euro stabil, die Liquiditätsreserve liegt mit 10,3 Milliarden Euro deutlich über der eigenen Zielspanne. Der Verschuldungsgrad verbesserte sich leicht auf das 1,6-Fache des operativen Ergebnisses.

Vorsichtigerer Ausblick

Für das Gesamtjahr rechnet Air France-KLM nun mit einem Treibstoffbill von 8,9 Milliarden Dollar — zwei Milliarden mehr als 2025, aber 400 Millionen weniger als noch im ersten Quartal befürchtet. Als Reaktion auf das Kostenumfeld senkte der Konzern seine Kapazitätsziele für 2026 auf ein Wachstum von 2 bis 3 Prozent, nach zuvor 2 bis 4 Prozent geplanten Prozentpunkten.

Am mittelfristigen Ziel einer operativen Marge über 8 Prozent bis 2028 hält das Management fest. Die Aktie schloss zuletzt bei 11,84 Euro, ein Rückgang von 2,27 Prozent — ein Kurs, der die Skepsis der Anleger gegenüber der Kerosin-Belastung widerspiegelt, während die strategische Expansion über SAS und TAP erst noch ihre Wirkung entfalten muss.

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