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AB Science Aktie: Behörden-Inspektion zwingt zu Verzögerungen

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 13:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vorläufige Inspektionsergebnisse führen zu Anpassungen der klinischen Zeitpläne; die Aktie verlor 16 Prozent.

AB Science verschiebt Leukämie- und ALS-Studien nach Behördenprüfung
Ein Forscher in einem modernen Labor arbeitet mit medizinischen Proben in einer sterilen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Eine behördliche Überprüfung zwingt das französische Pharmaunternehmen AB Science zu umfassenden Anpassungen in seinen klinischen Programmen. Nach vorläufigen Ergebnissen einer Inspektion zur Guten Klinischen Praxis müssen wichtige Studienprojekte verschoben werden. An der Börse reagierten die Anleger mit deutlichen Verkäufen auf die angekündigten Verzögerungen bei den wichtigsten Entwicklungskandidaten.

Umfassende Inspektion europäischer Behörden

Auslöser der aktuellen Entwicklung ist eine behördliche Untersuchung, die vom 21. bis 25. September stattfand. Vertreter von Aufsichtsbehörden aus Frankreich, Dänemark und Griechenland führten eine sogenannte For-Cause-Inspektion der Guten Klinischen Praxis beim Unternehmen durch.

Als Konsequenz aus den vorläufigen Resultaten dieser Prüfung passt das Management seinen Zeitplan für die klinische Forschung an. Den vollständigen Inspektionsbericht erwartet das Unternehmen noch vor dem Ende des laufenden Jahres.

Bevor an die Wiederaufnahme neuer klinischer Studien gedacht werden kann, stehen interne Anpassungen an. AB Science plant eine Überarbeitung des betriebseigenen Qualitätsmanagementsystems. Zudem soll ein externes Audit durchgeführt werden, um die Standards abzusichern. Zu den Fortschritten dieser Vorhaben will das Unternehmen zu Beginn des Geschäftsjahres 2027 weitere Details vorlegen.

Zeitpläne für Leukämie- und ALS-Studien verschoben

Die Neuordnung betrifft vor allem zwei zentrale Entwicklungsprojekte. Die Fortführung der Phase-1-Studie mit dem Wirkstoffkandidaten AB8939 bei akuter myeloischer Leukämie wird nun für das erste Quartal 2027 avisiert. Dieser Schritt steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die zuständigen Gesundheitsbehörden.

Noch länger müssen sich Beobachter bei der Untersuchung des Wirkstoffs Masitinib gegen amyotrophe Lateralsklerose gedulden. Die Wiederaufnahme der entsprechenden Phase-3-Studie wird erst für das vierte Quartal 2027 erwartet, ebenfalls abhängig von der behördlichen Bewertung.

Von den Verzögerungen unberührt bleibt hingegen ein anderes Projekt mit Masitinib. Das Programm zur Behandlung der Sichelzellkrankheit, das von der Organisation AP-HP gefördert wird, soll unverändert im ersten Quartal 2027 beginnen.

Halbjahresbericht und Reaktion am Markt

Für die Anleger rückt nun der nächste offizielle Berichterstattungstermin in den Fokus. Das Unternehmen kündigte an, seinen Halbjahresbericht spätestens bis zum 9. Oktober 2026 vorzulegen.

Am Aktienmarkt lösten die Nachrichten spürbaren Verkaufsdruck aus. Der Kurs der Aktie gab heute um 16 Prozent nach und fiel auf 0,5880 Euro. Damit beläuft sich der Börsenwert des Unternehmens auf 63,50 Millionen Euro. Für Marktteilnehmer dürften in den kommenden Wochen vor allem die Veröffentlichung des Halbjahresberichts sowie der endgültige Bericht der Inspektoren richtungsweisend sein.

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