Zucker, WMO

Zucker: WMO sieht 80 Prozent El Niño

03.06.2026 - 12:14:01 | boerse-global.de

El Niño und sinkende Zuckerproduktion in Brasilien treiben die Preissorgen am Weltmarkt an. Indien fürchtet zudem einen schwachen Monsun.

Zucker: WMO sieht 80 Prozent El Niño - Bild: über boerse-global.de
Zucker: WMO sieht 80 Prozent El Niño - Bild: über boerse-global.de

Die Aussicht auf ein El-Niño-Ereignis setzt den Zuckermarkt unter Druck. Die Weltwetterorganisation (WMO) sieht eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit für den Wetterwechsel – und das ab Juni. Gleichzeitig sinkt die Zuckerproduktion in Brasilien, dem größten Anbauland. Eine explosive Mischung.

Wetterrisiko trifft Angebotslücke

El Niño könnte bis November anhalten. Historisch bringt das Phänomen extreme Wetterlagen – Dürren oder Starkregen. Für Zuckerrohr, Kaffee und Kakao steigt das Risiko von Ernteausfällen. Besonders betroffen: asiatische Anbauregionen.

Indien, ein wichtiger Zuckerproduzent, bereitet Sorgen. Das indische Wetteramt rechnet mit einem unterdurchschnittlichen Monsun. Bereits jetzt hat die Behörde Krisenpläne aktiviert. Bleibt der Regen aus, sinken die Ernteprognosen weiter.

Kurz gesagt: Die klimatischen Risiken sind real und konkret.

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Brasilien setzt auf Ethanol

In Brasilien zeigt sich ein differenziertes Bild. Die Zuckerrohrverarbeitung im Zentrum-Süden stieg in der ersten Maihälfte leicht um 1,4 Prozent. Doch die Fabriken priorisieren anders: Sie produzieren lieber Ethanol als Zucker. Die Zuckerproduktion fiel im gleichen Zeitraum um 13,2 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Ethanolproduktion legte dagegen deutlich zu.

Die Folge: weniger kurzfristig verfügbares Zuckerangebot.

Marktteilnehmer richten den Blick jetzt auf drei Faktoren: den Monsun in Indien, die Meerestemperaturen im Pazifik und die Entwicklung der Handelsrouten. Geopolitische Spannungen etwa um die Straße von Hormus treiben die Kosten für Düngemittel – und damit die Produktionskosten der gesamten Agrarwirtschaft.

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Die Kombination aus Klimarisiko und Produktionsverschiebung dürfte den Zuckermarkt in den kommenden Monaten prägen. Ob die tatsächlichen Ernten die vorsichtigen Prognosen bestätigen, bleibt offen. Günstige Witterung dagegen könnte für Entspannung sorgen.

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