XWorm: Alte Sicherheitslücke als Einfallstor für globale Cyber-Angriffe
13.02.2026 - 22:53:12Ein neuer, hochgefährlicher Phishing-Feldzug verteilt den XWorm Remote Access Trojaner und nutzt dafür eine seit Jahren bekannte Schwachstelle in Microsoft Office. Die Angreifer kombinieren alte Exploits mit modernen Tarnmethoden, um weltweit Systeme zu übernehmen. Der Fall zeigt, wie gefährlich veraltete Software auch 2026 noch sein kann.
Die Angriffskette beginnt mit geschickt gefälschten Geschäfts-E-Mails. Sie täuschen Zahlungsaufforderungen, Bestellungen oder Bankdokumente vor und fordern zum Öffnen eines Excel-Anhangs auf. Genau hier schlägt die Falle zu: Das Dokument nutzt eine Sicherheitslücke im Microsoft Equation Editor (CVE-2018-0802), für die es bereits seit 2018 ein Update gibt. Wer seine Office-Software nicht aktualisiert hat, wird zum leichten Ziel.
So funktioniert die mehrstufige Attacke
Nach dem Öffnen des Anhangs lädt der Exploit im Hintergrund eine schädliche HTA-Datei herunter. Diese nutzt JScript und PowerShell, um ein .NET-Modul direkt im Arbeitsspeicher auszuführen – ganz ohne Dateien auf der Festplatte zu hinterlassen. Diese „fileless“-Methode umgeht viele traditionelle Virenscanner.
Im letzten Schritt injiziert das Modul die Schadsoftware XWorm RAT in einen legitimen Windows-Prozess wie „Msbuild.exe“. Ist die Malware erst einmal aktiv, haben die Angreifer die volle Fernkontrolle über den infizierten Rechner. XWorm kann mit Plugins erweitert werden und ermöglicht so Datendiebstahl und die weitere Kompromittierung des gesamten Netzwerks.
KI und Deepfakes: Die neue Waffe der Cyber-Kriminellen
Der XWorm-Feldzug steht exemplarisch für einen größeren Trend: E-Mail bleibt das Einfallstor Nummer eins. Im Jahr 2026 setzen Angreifer zunehmend auf Künstliche Intelligenz (KI), um täuschend echte Phishing-Nachrichten zu generieren. Diese können den Schreibstil von Kollegen imitieren und auf reale Projekte verweisen.
Auch Business Email Compromise (BEC) wird immer raffinierter. Dabei kapern Kriminelle Firmen-E-Mail-Konten, um Zahlungen umzuleiten. Neben Social Engineering kommen nun auch Deepfake-Audioaufnahmen zum Einsatz, um vertraute Geschäftspartner zu imitieren. Zudem verstecken Betrüger schädliche Links hinter URL-Kürzern und QR-Codes.
Saisonale Ereignisse wie der Valentinstag werden regelmäßig für Phishing-Wellen genutzt. Kriminelle geben sich als Blumenlieferdienste oder Geschenkanbieter aus, um in der emotional aufgeladenen Zeit an persönliche Daten und Zahlungsinformationen zu gelangen.
So erkennen und wehren Sie bösartige E-Mails
In dieser Bedrohungslage sind Wachsamkeit und Schulung entscheidend. Trotz ausgeklügelter Methoden verraten sich viele Phishing-Versuche durch klassische Warnsignale:
- Absender prüfen: Fahren Sie mit der Maus über den Anzeigenamen, um die vollständige E-Mail-Adresse zu sehen. Oft weichen diese nur minimal von echten Domains ab.
- Dringlichkeit als Alarmzeichen: Viele Betrugs-E-Mails erzeugen künstlichen Druck, drohen mit Kontosperrungen oder fordern sofortiges Handeln.
- Links vor dem Klick prüfen: Zeigen Sie mit dem Mauszeiger auf einen Link, um die echte Ziel-URL in der Statusleiste zu sehen.
- Unerwartete Anhänge misstrauen: Seien Sie bei unaufgefordert zugesandten Dateien, besonders von unbekannten Absendern, äußerst vorsichtig.
- Ungewöhnliche Anfragen hinterfragen: Seriöse Unternehmen bitten nie per E-Mail um Passwörter oder Finanzdaten. Jede Aufforderung, Standard-Prozesse zu umgehen, ist ein Warnsignal.
Der Wettlauf zwischen Angriff und Abwehr geht weiter
Der Kampf gegen Cyber-Bedrohungen ist ein permanentes Wettrüsten. Während Sicherheitslösungen besser werden, verfeinern Angreifer ihre Techniken. Der zunehmende Einsatz von KI wird die Cybersicherheitslandschaft in den kommenden Jahren prägen.
Für Unternehmen und Privatpersonen bleibt nur eine mehrschichtige Verteidigungsstrategie. Dazu gehören robuste E-Mail-Sicherheitstools, konsequente Software-Updates und vor allem eine Kultur der Sicherheitsawareness. Regelmäßige Schulungen zu aktuellen Phishing-Methoden sind eine der wirksamsten Waffen gegen die Bedrohungen aus dem Posteingang.
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