Worms: 84-Jähriger verliert 800.000 Euro in Krypto-Hybridbetrug
30.12.2025 - 19:21:12Die Kriminalpolizei Worms warnt vor einer neuen Welle raffinierter Anlagebetrügereien. Ein 84-jähriger Mann wurde um sein gesamtes Vermögen gebracht.
Worms – In einem spektakulären Fall von Cybercrime hat ein Senior aus Worms sein gesamtes Erspartes verloren. Die Kriminalpolizei bestätigte am Dienstag einen Schaden von rund 800.000 Euro. Die Täter kombinierten dabei geschickt Krypto-Versprechen mit dem Einsatz von Fernwartungssoftware – eine gefährliche und zunehmend verbreitete Masche.
Der Betrug zog sich laut Polizeibericht vom 30. Dezember 2025 über mehr als ein Jahr hin. Anfang war bereits im Spätsommer 2024. Die Täter kontaktierten den 84-Jährigen zunächst telefonisch, wechselten dann aber auf Messenger-Dienste. Eine typische Vorgehensweise, um Spuren zu verwischen.
Das Lockmittel: angeblich sensationell hohe Renditen mit Kryptowährungen, begünstigt durch “exklusive” Wechselkurse. Unter dem Vorwand, “technischen Support” für die Handelsplattform leisten zu müssen, brachten sie das Opfer dazu, eine Fernzugriffssoftware auf seinem Computer zu installieren.
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Damit hatten sie freie Bahn. The Täter erlangten Vollzugriff auf den Rechner und – entscheidend – das Online-Banking des Mannes. Trotz wiederholter Auszahlungswünsche des Opfers floss kein Cent zurück. Stattdessen forderten die Betrüger immer neue Zahlungen für angebliche “Verifizierungen”, “Steuern” und “Bearbeitungsgebühren”. Erst am 23. Dezember 2025 erstattete der Geschädigte Anzeige.
Polizei warnt: Seriöse Anbieter fragen nie nach Fernzugriff
Nach der Strafanzeige hat die Polizeidirektion Worms eine dringende Warnung zum Missbrauch von Fernwartungs-Tools herausgegeben. Ein zentraler Punkt: Seriöse Banken und Broker verlangen niemals Fernzugriff auf Computer oder Smartphones ihrer Kunden.
Die Beamten listen klare Warnsignale auf:
* Unerbetene Kontakte: Skepsis ist bei unerwarteten Anrufen oder Nachrichten mit Versprechen hoher Renditen bei geringem Risiko angebracht.
* Fernzugriffs-Forderungen: Gewähren Sie niemals Fremden Fernzugriff – insbesondere nicht im Zusammenhang mit Finanzgeschäften.
* Drucktaktiken: Betrüger erzeugen oft künstliche Dringlichkeit, damit Opfer keine Nachforschungen anstellen.
* Lizenzprüfung: Vor einer Geldüberweisung sollte immer geprüft werden, ob die Handelsplattform von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassen ist.
Die Ermittlungen laufen. Die Kriminalpolizei bittet weitere potenzielle Opfer solcher “Investment-Berater”, sich zu melden.
Im Trend: Die gefährliche Fusion zweier Betrugsmethoden
Der Fall aus Worms ist Teil eines beunruhigenden globalen Trends. Immer häufiger verschmelzen sogenannte “Pig Butchering”-Betrügereien – langfristige Vertrauensdiebstähle – mit Mechanismen des Tech-Support-Scams. Cybersicherheitsexperten erklären: Während klassische Anlagebetrüger oft auf freiwillige Überweisungen setzen, umgeht die Fernwartungssoftware Sicherheitsbarrieren. Die Täter manipulieren Banking-Sitzungen direkt.
2025 haben ähnliche Fälle in ganz Europa zugenommen. Die Täter operieren häufig aus Callcentern außerhalb der EU, was die Rückverfolgung von Geldern extrem erschwert. Die Fernwartungs-Tools ermöglichen es, dem Opfer auf dem Bildschirm gefälschte Investment-Dashboards mit scheinbar explodierenden Gewinnen vorzuspielen – ein Trick, der auch in Worms angewendet wurde.
Kaum Hoffnung auf Rückerstattung
Rechtsexperten machen wenig Hoffnung auf eine Rückgewinnung der Gelder. Bei Betrug mit Kryptowährungen und grenzüberschreitendem Fernzugriff ist die Erfolgsquote minimal. Die dezentrale Natur von Krypto-Assets und schnelle Weiterleitungen über Geldkuriere lassen den Geschädigten meist chancenlos zurück.
Die Behörden rechnen damit, dass der Fall neue Aufklärungskampagnen im Jahr 2026 anschieben wird. Der Fokus wird besonders auf den Gefahren administrativer Fernzugriffsrechte liegen. Die Prävention bleibt die wirksamste Waffe. Der Rat der Wormser Polizei ist eindeutig: Legen Sie sofort auf, wenn ein “Finanzberater” die Installation einer Software verlangt.
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