WHO warnt vor Stillstand bei Gehirngesundheit
14.02.2026 - 16:09:12 | boerse-global.deDie Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt Alarm: Die globale Versorgung neurologischer Erkrankungen droht zu stagnieren. Zum Abschluss der Internationalen Epilepsie-Woche warnten Experten am Samstag vor einem Verfehlen der Gesundheitsziele bis 2031.
#EpilepsyPledge als Weckruf für Systeme
Unter dem Motto #EpilepsyPledge fanden weltweit Aktionen statt. Doch hinter der Kampagne verbirgt sich eine harte Realität. Die Kluft zwischen medizinischem Fortschritt und tatsächlicher Patientenversorgung wächst, besonders in ärmeren Ländern.
Experten sehen in Epilepsie einen „Kanarienvogel in der Kohlemine“ für ganze Gesundheitssysteme. Wo ihre Versorgung scheitert – etwa durch Medikamentenmangel –, leidet oft auch die Behandlung von Demenz oder Schlaganfällen.
Nur jedes dritte Land hat eine Strategie
Die Daten sind eindeutig: Nur etwa ein Drittel der WHO-Mitgliedsstaaten verfügt über eine eigene Strategie oder ein Budget für neurologische Erkrankungen. Das, obwohl diese Krankheiten weltweit die Hauptursache für Behinderungen sind.
Die Lücke in der Gesetzgebung steht im krassen Missverhältnis zur Krankheitslast. In vielen nationalen Plänen werden neurologische Leiden nur am Rande erwähnt.
- Ziel verfehlt: Die Welt ist nicht auf Kurs, den globalen Aktionsplan (IGAP) bis 2031 zu erfüllen.
- Diplomatischer Druck: Die Aktionswoche gilt als Startschuss für intensive Verhandlungen vor der Weltgesundheitsversammlung im Mai.
Gehirngesundheit wird zum Wirtschaftsfaktor
Die Argumentation der Gesundheitsorganisationen hat sich gewandelt. Es geht nicht mehr nur um „Hilfe für Patienten“, sondern um „Investition in Humankapital“.
Analysten beziffern die direkten und indirekten Kosten von Gehirnerkrankungen allein in Europa auf über eine Billion Euro. Unbehandelte Migräne, Epilepsie oder frühe Demenz belasten die Volkswirtschaften durch massive Produktivitätsverluste.
In alternden Gesellschaften wird die kognitive Gesundheit zum Stabilitätsfaktor. Prävention – durch Blutdruckkontrolle oder Luftreinhaltung – wird so zur harten Wirtschaftspolitik.
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Der Weg führt zum Hausarzt
Was kommt als Nächstes? Der Fokus liegt jetzt auf der Integration der Neurologie in die Primärversorgung. Patienten mit Kopfschmerzen oder Krampfanfällen sollen künftig schon beim Hausarzt kompetent Hilfe finden.
Dies erfordert massive Investitionen in die Ausbildung von nicht-spezialisiertem Gesundheitspersonal – ein Kernpunkt des globalen Aktionsplans, dessen Umsetzung bislang schleppend verläuft.
Die Botschaft für Betroffene bleibt zwiespältig: Die Aufmerksamkeit für ihr Leiden war nie größer. Doch solange Innovationen an Bürokratie und fehlenden Budgets scheitern, bleibt das Epilepsie-Versprechen von 2026 genau das: ein unerfülltes Versprechen.
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