Wehrpflicht-Fragebogen: 1.000 Euro Strafe droht bei Nichtbeantwortung
28.12.2025 - 22:42:12Ab Januar 2026 müssen junge Männer in Deutschland einen Fragebogen der Bundeswehr ausfüllen – sonst wird es teuer. Personalabteilungen stehen vor neuen Herausforderungen.
Mit dem Jahreswechsel tritt in Deutschland eine weitreichende Änderung im Wehrdienstrecht in Kraft. Das „Wehrdienst-Modernisierungsgesetz“ von Verteidigungsminister Boris Pistorius sieht vor, dass alle jungen Männer mit Vollendung des 18. Lebensjahrs verpflichtet sind, einen digitalen Fragebogen der Bundeswehr zu beantworten. Wer dies nicht tut, riskiert ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro. Für Personalverantwortliche bedeutet das neue administrative Pflichten und Beratungsbedarf.
Erstmals seit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 wird damit wieder eine systematische Pflicht für deutsche Staatsbürger eingeführt. Der eigentliche Dienst bleibt zwar freiwillig, die Meldung ist es nicht mehr. Ab Januar erhalten alle Jahrgänge ab 2008 ein Schreiben des Bundesamts für das Personalmanagement der Bundeswehr. Es enthält einen Link zu einem Fragebogen zu Fitness, Interessen und Motivation.
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Dabei gilt eine klare Unterscheidung: Für Männer ist die Beantwortung verpflichtend, für Frauen freiwillig. Der Bogen erfasst persönliche Daten, Bildungsweg und eine „Bereitschaftserklärung“.
Harte Sanktionen bei Verweigerung
Der Staat will die neue Pflicht konsequent durchsetzen. Wer die erste Frist (in der Regel ein Monat) verstreichen lässt, erhält eine Mahnung. Bleibt die Antwort weiter aus, kann ein Bußgeld verhängt werden. Die Obergrenze liegt bei 1.000 Euro, gestützt auf das Ordnungswidrigkeitengesetz.
Die Maßnahmen gehen noch weiter. Wer Bereitschaft signalisiert, aber dann ohne Grund nicht zum vereinbarten Musterungstermin erscheint, riskiert polizeiliche Vorführung. Zivile Polizeikräfte können angewiesen werden, die Person zum Termin zu bringen – die Militärpolizei ist hier nicht involviert.
Was Personalabteilungen jetzt wissen müssen
Für HR-Verantwortliche bringt die Gesetzesänderung neue Variablen in das Talentmanagement, besonders bei Auszubildenden und Berufseinsteigern.
Freistellung für Musterung
Mitarbeiter, die zu einer Musterung oder Untersuchung einberufen werden, haben Anspruch auf bezahlte Freistellung. Personaler sollten ihre Richtlinien aktualisieren und diese Abwesenheiten wie andere gesetzliche Pflichttermine behandeln. Die Dauer inklusive Anreise gilt als Arbeits- oder bezahlte Freizeit, abhängig von Tarifvertrag und Landesrecht.
Beratungspflicht für Auszubildende
Viele Betroffene befinden sich in der dualen Berufsausbildung. Personalabteilungen sollten ihre jungen männlichen Mitarbeiter proaktiv über den anstehenden Brief der Bundeswehr informieren. Eine klare Kommunikation, dass es sich um eine gesetzliche Verpflichtung handelt, kann rechtliche Probleme für den Arbeitnehmer und Betriebsstörungen vermeiden.
Datenschutz
Die Bundeswehr erhält die Adressdaten direkt von den Meldeämtern. Arbeitgeber müssen keine Mitarbeiterdaten übermitteln. HR sollte jedoch auf Anfragen vorbereitet sein, etwa zur Bestätigung des Beschäftigungsverhältnisses für eine mögliche Zurückstellung.
Hintergrund: Das „Pistorius-Modell“
Die Wiedereinführung der Meldepflicht ist Kern der Strategie von Minister Pistorius, um den Personalmangel bei der Bundeswehr zu bekämpfen. Das Ziel: 203.000 aktive Soldaten und eine stark vergrößerte Reserve.
Das Modell setzt darauf, durch die systematische Kontaktaufnahme mit einem gesamten Jahrgang genug Freiwillige zu finden – ohne zur allgemeinen Wehrpflicht zurückzukehren. Der verpflichtende Fragebogen soll der Filter sein, um aus jährlich etwa 350.000 bis 400.000 jungen Männern die geeigneten Kandidaten zu identifizieren.
Ausblick für die Wirtschaft
Die ersten Briefe werden im Januar 2026 versendet. Personalabteilungen sollten zeitnah mit Fragen rechnen. Die unmittelbare Belastung für Unternehmen bleibt zwar gering. Langfristig hängt die Wirkung vom Erfolg der Rekrutierung ab.
Sollte die freiwillige Resonanz für die NATO-Ziele nicht ausreichen, sieht der Gesetzestext Mechanismen für ein strengeres Auswahlverfahren vor. Das könnte die Personalverfügbarkeit in Zukunft direkter betreffen.
Die klare Empfehlung für jetzt lautet: Junge männliche Mitarbeiter darauf hinweisen, dass der Bundeswehr-Brief kein Spam ist – und dass die Strafe von 1.000 Euro sehr real sein kann.
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