Waymo-Pläne zünden Debatte um autonomes Fahren in Massachusetts
17.02.2026 - 22:30:12Ein US-Bundesstaat steht vor einer wegweisenden Verkehrswende. Das Parlament von Massachusetts arbeitet unter Druck an einem landesweiten Rechtsrahmen für autonome Fahrzeuge. Der Grund: Der Technologieriese Waymo plant ein Comeback in Boston – doch nur, wenn der Gesetzgeber fahrerlose Autos für den öffentlichen Straßenverkehr freigibt.
Zwei Gesetze für eine neue Ära
Im Kern der Debatte stehen zwei parallele Gesetzentwürfe. Sie sollen erstmals klare Regeln für den Betrieb vollautonomer Fahrzeuge im gesamten Bundesstaat schaffen. Die Pläne sehen hohe Hürden vor: Betreiber müssen Versicherungspolicen in Millionenhöhe vorweisen und detaillierte Notfallpläne für die Zusammenarbeit mit Polizei und Rettungskräften entwickeln.
Ein zentraler Punkt ist die rechtliche Verantwortung. Das Gesetz würde das automatisierte Fahrsystem selbst als „Fahrer“ definieren, sobald es aktiviert ist. Die Fahrzeuge müssen zudem in der Lage sein, bei einem Systemversagen in einen sicheren Zustand überzugehen oder die Kontrolle an einen menschlichen Insassen zu übergeben.
Waymo als Treiber der Gesetzgebung
Die Dynamik erhielt neuen Schwung durch eine Ankündigung vom 5. Februar 2026. Waymo, eine Tochter von Alphabet, bekräftigte sein Interesse an Boston. Die Stadt gilt mit ihren Kopfsteinpflasterstraßen und komplexen Kreuzungen als eine der härtesten Prüfungen für die Technologie.
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Doch das Unternehmen machte seine Pläne klar von neuen Gesetzen abhängig. Bislang gilt in Massachusetts eine Executive Order aus dem Jahr 2016. Sie erlaubt Tests nur mit einem menschlichen Sicherheitsfahrer am Steuer. Waymo hat unter diesem restriktiven Rahmen noch keinen Antrag auf Testfahrten gestellt. Die neuen Gesetze sollen nun den Weg für kommerzielle Robotaxi-Dienste ebnen und einen Flickenteppich lokaler Vorschriften verhindern.
Konflikt zwischen Innovation und Arbeitsplätzen
Der Weg in die fahrerlose Zukunft ist umstritten. Gewerkschaften wie Teamsters Local 25 mobilisieren gegen die Vorstöße. Sie warnen vor dem Verlust Tausender Jobs im Transport- und Taxigewerbe. Auch Sicherheitsbedenken sind laut: Skeptiker fragen, ob die Technologie reif genug für das chaotische Bostoner Verkehrschaos ist.
Einige Stadtpolitiker teilen diese Zweifel. Befürworter argumentieren hingegen, dass gerade ein strenger Rechtsrahmen Sicherheit schafft und gleichzeitig die Vorteile der Technologie – wie weniger Unfälle und neue Mobilitätsoptionen – ermöglicht.
Entscheidung im März fällt Weichen
Massachusetts, Heimat von Spitzenforschungseinrichtungen wie dem MIT, steht an einem Scheidepunkt. Bis zum 18. März 2026 muss der Verkehrsausschuss des Parlaments über einen der Gesetzentwürfe abstimmen. Das Ergebnis wird bestimmen, wann die Bürger des Bundesstaates das erste vollautonome Taxi rufen können – und unter welchen Bedingungen.
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