Vitamin, Medizinischer

Vitamin D: Medizinischer Hoffnungsträger, riskantes Nahrungsergänzungsmittel

23.02.2026 - 23:50:38 | boerse-global.de

Eine Studie zeigt positive Effekte hochdosierten Vitamin D bei Multipler Sklerose, während Tests frei verkäuflicher Präparate häufig zu hohe Dosierungen aufdecken.

Hochdosiertes Vitamin D zeigt in einer Studie Potenzial gegen Multiple Sklerose. Gleichzeitig warnen Verbraucherschützer vor gefährlich überdosierten Nahrungsergänzungsmitteln vom freien Markt. Die Kluft zwischen gezielter Therapie und riskanter Selbstmedikation wird immer größer.

Studie: Vitamin D bremst MS im Frühstadium

Forscher aus Frankreich liefern neue Hoffnung für MS-Patienten. Ihre D-Lay-MS-Studie zeigt: Hochdosiertes Vitamin D3 kann bei frühen Krankheitsstadien die entzündliche Aktivität signifikant reduzieren. Über 24 Monate erhielten Teilnehmer hohe Dosen. Das Ergebnis war eine messbare Verringerung von Entzündungsherden im Gehirn.

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Besonders profitierten Menschen mit einem starken Vitamin-D-Mangel zu Studienbeginn. Experten sehen das Vitamin nun als potenziellen, kostengünstigen Baustein in der MS-Therapie. Allerdings sind weitere Langzeitdaten nötig, bevor sich daraus neue Therapiestandards ableiten lassen.

Marktcheck: Die meisten Präparate sind überdosiert

Während die Forschung Fortschritte macht, schlagen Verbraucherschützer Alarm. Tests von 25 frei verkäuflichen Vitamin-D-Präparaten durch Stiftung Warentest und den österreichischen VKI zeigen ein klares Problem: Die meisten Mittel sind für eine dauerhafte Einnahme zu hoch dosiert.

Nur zwei Produkte hielten sich an die offizielle Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) von 20 Mikrogramm (800 I.E.) täglich. Viele überschreiten diesen Wert deutlich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät daher zu täglichen, niedrig dosierten Präparaten statt zu hochdosierten Depot-Produkten. Bei diesen steigt das Risiko für Anwendungsfehler.

Die Gefahr: Überdosierung schadet Nieren und Knochen

Die unkontrollierte Einnahme hoher Dosen ist nicht harmlos. Vitamin D ist fettlöslich – ein Überschuss wird gespeichert, nicht ausgeschieden. Langfristig kann das zu einer Hyperkalzämie führen, einem gefährlich hohen Kalziumspiegel im Blut.

Die Folgen reichen von Übelkeit und Kopfschmerzen bis zu schweren Komplikationen: Gefäßverkalkungen, Nierenschäden oder sogar Nierenversagen sind möglich. Paradoxerweise kann zu viel Vitamin D auch den Knochenabbau fördern und das Frakturrisiko erhöhen. Ärzte warnen eindringlich vor der Einnahme ohne klare medizinische Indikation und ärztliche Überwachung.

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Wer braucht Vitamin D wirklich?

Ein wissenschaftlicher Konsens besteht für bestimmte Risikogruppen. Für sie ist eine supplementierung sinnvoll. Dazu zählen Säuglinge, ältere Menschen, Personen mit wenig Aufenthalt im Freien und Menschen mit dunkler Haut.

Für die breite, gesunde Bevölkerung ist der Nutzen einer routinemäßigen Einnahme zur Krankheitsvorbeugung jedoch nicht belegt. Neue Daten deuten zwar auf Vorteile bei Lungenentzündungen hin und in der Zahnmedizin wird die Rolle für die Knochenheilung diskutiert. Ein pauschales Screening oder eine Supplementierung für alle wird aber nicht empfohlen.

Zwei Welten: Gezielte Therapie vs. Massenmarkt

Die aktuelle Lage offenbart zwei Seiten: In der kontrollierten Forschung wirkt Vitamin D wie eine potente, hormonähnliche Substanz – etwa bei MS. Parallel boomt ein Milliardenmarkt mit Nahrungsergänzungsmitteln, der oft überdosierte Produkte und unbelegte Versprechen verkauft.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält 100 Mikrogramm (4.000 I.E.) täglich für Erwachsene auf Dauer für sicher. Viele handelsübliche Produkte liegen darüber. Die Herausforderung ist klar: Den gezielten Nutzen bei Mangel oder spezifischen Krankheiten von der potenziell schädlichen Massenanwendung zu trennen.

Für Verbraucher bleibt die Botschaft eindeutig: Eine Einnahme hochdosierten Vitamin D sollte nur nach ärztlicher Diagnose eines Mangels und unter Kontrolle erfolgen. Der beste Weg für die meisten Menschen bleibt die körpereigene Produktion durch moderates Sonnenlicht und eine ausgewogene Ernährung.

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