Vitamin B12: Experten fordern schärfere Grenzwerte
07.02.2026 - 02:21:12Mediziner fordern neue Blut-Grenzwerte für Vitamin B12. Die aktuellen Standards könnten Mangelzustände zu spät erkennen lassen, warnen Fachleute. Das Risiko: irreversible Nervenschäden.
Die Debatte um die richtige Diagnostik gewinnt an Schärfe. Im Fokus steht der gängige Serumtest, der die Gesamtkonzentration im Blut misst. Experten kritisieren, dass dieser Wert trügerisch sein kann. Er erfasst auch biologisch inaktive Formen des Vitamins. Die Folge? Ein funktioneller Mangel in den Zellen bleibt oft unentdeckt.
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Warum die alten Werte in die Irre führen
Derzeit gilt ein Spiegel unter 200 Picogramm pro Milliliter (pg/ml) als Mangel. Doch im Graubereich zwischen 200 und 400 pg/ml können bereits Symptome auftreten. Dazu zählen Müdigkeit, Konzentrationsschwäche oder Kribbeln in den Gliedern. Diese Warnzeichen werden mit dem Standardtest häufig übersehen. Die Diagnose erfolgt dann oft erst, wenn bereits neurologische Schäden entstanden sind.
Diese modernen Tests bringen Klarheit
Als aussagekräftiger gelten zwei moderne Verfahren:
* Holo-Transcobalamin (Holo-TC): Misst das „aktive“ B12, das den Zellen tatsächlich zur Verfügung steht. Ein Wert unter 35 Pikomol pro Liter deutet auf einen Mangel hin.
* Methylmalonsäure (MMA): Dieser Stoffwechselparameter steigt an, wenn in den Zellen zu wenig B12 für wichtige Prozesse vorhanden ist. Er gilt als funktionaler Mangelmarker.
Fachleute plädieren dafür, diese Tests zumindest bei Verdacht stärker einzusetzen. Sie ermöglichen eine frühere und präzisere Diagnose.
Wer sein Risiko kennen sollte
Bestimmte Gruppen haben ein deutlich höheres Mangelrisiko und sollten ihren Status im Blick behalten:
* Veganer und Vegetarier, da B12 fast ausschließlich in tierischen Produkten vorkommt.
* Ältere Menschen, bei denen die Aufnahme im Darm nachlässt.
* Personen mit chronischen Magen-Darm-Erkrankungen wie Morbus Crohn.
* Patienten, die dauerhaft Säureblocker oder das Diabetes-Medikament Metformin einnehmen.
Ein Paradigmenwechsel für die Prävention
Die Diskussion könnte die Diagnostik grundlegend verändern. Eine Anhebung der Grenzwerte oder die Etablierung neuer Standardtests hätte weitreichende Folgen. Mehr Menschen würden als mangelversorgt erkannt und behandelt. Langfristig ließen sich so teure Folgeerkrankungen vermeiden.
Bislang gibt es keinen offiziellen Konsens der Gesundheitsorganisationen. Doch der wissenschaftliche Druck für eine Neubewertung wächst. Der Trend geht klar zu einer personalisierteren Medizin, die individuelle Risiken stärker berücksichtigt.


