Verfassungsschutz, Spionage-Risiko

Verfassungsschutz warnt vor Spionage-Risiko durch vernetzte Autos

01.02.2026 - 17:03:12

Deutsche Sicherheitsexperten sehen in modernen, besonders chinesischen Fahrzeugen mobile Datensammelplattformen, die eine Gefahr für nationale Interessen darstellen.

Deutsche Sicherheitsbehörden sehen in modernen Fahrzeugen, besonders aus China, eine erhebliche Gefahr für Datensicherheit und nationale Interessen. Das Bundesinnenministerium und der Verfassungsschutz haben vor dem Missbrauch vernetzter Autos zur großflächigen Datenerfassung gewarnt.

„Rollende Computer“ als Daten-Sammler

Die Warnungen zielen auf Elektroautos, die mit einem komplexen Netz aus Sensoren, Kameras und Internetverbindungen ausgestattet sind. Experten bezeichnen sie als „mobile Datensammelplattformen“. Diese Fahrzeuge erfassen nicht nur Standort und Fahrverhalten, sondern können über integrierte Mikrofone und Kameras auch Gespräche im Innenraum aufzeichnen. Bei gekoppelten Smartphones sind zudem Kontakte und Kommunikationsdaten gefährdet.

Die gesammelten Informationen werden häufig in die Cloud der Hersteller übertragen – ein Vorgang, der aus Sicht der Behörden Tür und Tor für ausländische Zugriffe öffnen kann.

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Geopolitisches Risiko: Fokus auf chinesische Hersteller

Im Visier der Sicherheitsexperten stehen vor allem Fahrzeuge chinesischer Produktion. Der Grund: Unternehmen in China können gesetzlich verpflichtet werden, mit staatlichen Stellen zusammenzuarbeiten und gesammelte Daten herauszugeben. „Die Kombination aus wachsenden Marktanteilen, der geopolitischen Lage und den strategischen Ambitionen Chinas erfordert erhöhte Wachsamkeit“, so das Bundesinnenministerium.

Das Risiko ist dabei nicht auf China beschränkt. Auf EU-Ebene wird gewarnt, dass alle smarten Autos ein „enormes Potenzial“ für die Aufklärung besitzen, etwa bei Fahrten in der Nähe sensibler Militärzonen. Ein bemerkenswerter Präzedenzfall: China selbst hatte bereits informelle Beschränkungen für Tesla-Fahrzeuge in Regierungsvierteln verhängt.

Wer ist besonders gefährdet?

Die konkrete Bedrohungslage variiert stark. „Die unmittelbare Gefahr liegt weniger in klassischer Spionage, sondern in der Datensammlung im großen Stil“, erklärt Stephan Kramer, Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes.

Höchste Risikostufe gilt für Personen in sicherheitskritischen Bereichen: Bundeswehr, Polizei, Betreiber kritischer Infrastruktur und Regierungsmitarbeiter. Schon die Übertragung von Standortdaten in eine externe Cloud stellt hier ein gravierendes Problem dar.

Erhöhtes Risiko tragen auch Unternehmen mit sensibler Forschung und Entwicklung, insbesondere wenn Führungskräfte diese Fahrzeuge als mobile Besprechungsräume nutzen. Für den durchschnittlichen Privatnutzer wird die Gefahr derzeit als moderat eingestuft – ein Datenleck wäre aber ein massiver Privatsphären-Eingriff.

Innovation versus Sicherheit: ein Balanceakt

Die aktuellen Warnungen sind präventiver Natur; konkrete Spionagefälle sind nicht bekannt. Sie spiegeln ein grundsätzliches Dilemma wider: Wie lassen sich technologischer Fortschritt und globale Handelsvorteile mit nationaler Sicherheit vereinbaren?

Regulatorisch existieren bereits Ansätze. Die UN-Wirtschaftskommission für Europa (UNECE) schreibt Schutz vor Cyberangriffen und unerlaubtem Datenzugriff vor. Die komplexen globalen Lieferketten und die schiere Datenmenge bleiben jedoch eine Herausforderung. Schwachstellen können in jeder Komponente stecken – von der Software bis zu Zuliefererteilen.

Ausblick: Mehr Transparenz und schärfere Kontrollen

Die Debatte um Fahrzeugsicherheit dürfte sich verschärfen. Zu erwarten sind Forderungen nach strengeren Zertifizierungen und Sicherheitsaudits, besonders für Fahrzeuge in Behörden- und Unternehmensflotten. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verzeichnet bereits eine Zunahme entdeckter Schwachstellen in Herstellersoftware.

Für Verbraucher wird die Transparenz der Autohersteller entscheidend: Welche Daten werden wo gesammelt, wie genutzt und wo gespeichert? Die Sicherheit des Autos entwickelt sich parallel zu seiner Digitalisierung – von einer privaten zu einer Frage der nationalen Sicherheit.

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