USA verschieben drastische Möbelzölle auf 2027
15.01.2026 - 13:13:12Die USA haben die geplanten massiven Zollerhöhungen für Polstermöbel, Küchenschränke und Badezimmermöbel bis 2027 ausgesetzt. Diese Entscheidung bringt Importeuren und der angeschlagenen US-Wohnungsbauindustrie eine einjährige Atempause.
Ein Jahr Aufschub für die Branche
Ein Präsidialerlass vom Januar friert die aktuellen Zollsätze ein. Sie bleiben für das gesamte Jahr 2026 bei 25 Prozent. Ursprünglich sollten die Abgaben für bestimmte Holzprodukte schon zu Jahresbeginn steigen – bei Küchenmöbeln sogar auf bis zu 50 Prozent. Die Verschiebung gilt für Importe aus Ländern wie China und Vietnam, die unter die Section 232– und Section 301-Untersuchungen fallen.
Für die Handelsbranche bedeutet dies dringend benötigte Planungssicherheit. Viele Unternehmen hatten Ende 2025 noch ihre Lieferketten überstürzt angepasst oder Waren gehortet, um den erwarteten Teuerungsschock abzufedern. Jetzt haben sie zwölf Monate Zeit, um sich auf die neue Deadline am 1. Januar 2027 vorzubereiten.
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Verhandlungen und Gerichte als Gründe
Offiziell begründet das Weiße Haus den Aufschub mit Fortschritten in laufenden Handelsgesprächen. Die USA verhandeln mit mehreren Partnern über den Zugang zu Märkten für Holzprodukte. Die Aussetzung der Strafzölle soll diese diplomatischen Gespräche erleichtern.
Beobachter vermuten jedoch auch juristische Gründe. Ein anhängiger Fall vor dem US Supreme Court könnte die rechtliche Grundlage für solche Notstandszölle infrage stellen. Die Regierung handelt möglicherweise vorsichtig, um im Falle einer Niederlage vor Gericht hohe Rückzahlungsforderungen zu vermeiden. Diese Mischung aus diplomatischem Kalkül und rechtlicher Vorsicht prägt die aktuelle US-Handelspolitik.
Entlastung für Handel und Bauwirtschaft
Die Nachricht wurde am US-Markt mit Erleichterung aufgenommen. Für große, importabhängige Einzelhändler wie Wayfair bedeutet der Stopp der Erhöhung eine sofortige Entlastung der Margen. Sie können ihre Preisstrukturen vorerst stabil halten.
Besonders wichtig ist die Entscheidung für den angespannten US-Wohnungsmarkt. Küchen- und Badezimmermöbel machen einen erheblichen Teil der Baukosten aus. Weitere Preissprünge durch Zölle hätten die ohnehin bestehende Erschwinglichkeitskrise für Käufer noch verschärft.
Auch die Logistikbranche atmet auf. Der Aufschub entzerrt die Lieferketten. Der erwartete Importsturm auf die Häfen vor dem alten Stichtag bleibt aus, was zu normalisierten Lagerbeständen und Transportmustern führen dürfte.
Globale Auswirkungen und unsichere Zukunft
Die Folgen sind weltweit spürbar. Für asiatische Hersteller in China und Vietnam verhindert die Verschiebung eine vorübergehende Abkehr vom preissensiblen US-Markt. Für europäische Partner, darunter die deutsche Möbelindustrie, bringt die Entscheidung Stabilität. Sie hatten sich bereits 2025 auf günstigere Zollquoten geeinigt.
Doch die Branche blickt mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Die unmittelbare Krise ist abgewendet, die strukturellen Probleme des Handelskonflikts aber bleiben. Das Jahr 2026 wird von intensiven Verhandlungen geprägt sein, um die höheren Sätze doch noch abzuwenden. Handelsexperten raten Unternehmen, das Zeitfenster zu nutzen, um Lieferketten weiter zu diversifizieren und die Herkunftsländer ihrer Holzprodukte genau zu prüfen. Der Countdown läuft nun bis 2027.
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