USA, Handelsermittlungen

USA starten massive Handelsermittlungen gegen Partner

14.03.2026 - 01:19:09 | boerse-global.de

Die USA leiten zwei großangelegte Untersuchungen zu Überkapazitäten und Zwangsarbeit in globalen Lieferketten ein, um eine neue Rechtsgrundlage für Zölle zu schaffen.

USA starten massive Handelsermittlungen gegen Partner - Foto: über boerse-global.de
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Die US-Handelsbehörde hat zwei umfassende Untersuchungen gegen Dutzende wichtige Handelspartner eingeleitet. Ziel sind angebliche Überkapazitäten und Zwangsarbeit in globalen Lieferketten. Hintergrund ist ein Urteil des Obersten Gerichts, das frühere US-Zölle kippte.

Doppel-Offensive mit globaler Reichweite

Am 11. und 12. März 2026 startete das US-Handelsrepräsentantenamt (USTR) zwei parallele Ermittlungsverfahren. Sie gelten als eine der umfangreichsten Anwendungen des Section 301-Gesetzes in der jüngeren Handelsgeschichte.

Die erste Untersuchung richtet sich gegen strukturelle Überkapazitäten in 16 Volkswirtschaften. Auf der Liste stehen neben China und der EU auch Verbündete wie Japan, Südkorea, die Schweiz und Mexiko. Die USA werfen diesen Ländern vor, mit ihrer Industriepolitik globale Märkte mit Stahl, Aluminium, Autoteilen, Batterien, Solarpanelen, Halbleitern und Chemikalien zu überschwemmen. Dies verdränge amerikanische Produktion und Investitionen.

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Nur einen Tag später folgte die zweite, noch breitere Untersuchung. Sie prüft, ob 60 Handelspartner – darunter auch Kanada – Verbote gegen Importe aus Zwangsarbeit unzureichend durchsetzen. Die USA argumentieren, dies verschaffe ausländischen Herstellern unfaire Kostenvorteile. Die Initiative baut auf dem „Uyghur Forced Labor Prevention Act“ auf und weitet den geografischen Fokus erheblich aus.

Reaktion auf kippende Gerichtsentscheidung

Die Eile der US-Behörden hat einen klaren Grund: Das Oberste Gericht kippte am 20. Februar 2026 die rechtliche Grundlage für frühere, globale Strafzölle der Regierung. Das Urteil stellte klar, dass das Notstandsgesetz IEEPA dem Präsidenten keine Befugnis für umfassende autonome Zölle gibt.

Als Übergangslösung verhängte die Regierung daraufhin mit Section 122 des Handelsgesetzes einen temporären, globalen Zoll von 10 Prozent. Doch dieser läuft gesetzlich zwingend am 24. Juli 2026 aus. Die jetzt gestarteten Section-301-Ermittlungen sollen daher eine neue, dauerhafte und justizfeste Rechtsgrundlage für Importbeschränkungen schaffen. Schon die Übergangslösung ist umstritten: 24 US-Bundesstaaten klagen dagegen, weil sie den eigentlichen Zweck des Gesetzes verfehle.

Hohe Kosten für Verbraucher drohen

Neue, dauerhafte Zölle würden Verbraucher und Unternehmen weltweit treffen. Eine Studie des gemeinsamen Wirtschaftsausschusses des Kongresses warnt vor erheblichen finanziellen Belastungen. Sollten die geplanten Importsteuern voll umgesetzt werden, könnten sich die Kosten für US-Haushalte 2026 im Schnitt auf 2.512 US-Dollar belaufen. Das wäre ein Anstieg von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Diese neuen Abgaben werden den finanziellen Druck auf Familien verschärfen“, warnt Senatorin Maggie Hassan. Wirtschaftsmodelle, unter anderem des Congressional Budget Office, legen nahe, dass Importeure etwa 70 Prozent der Zollkosten direkt an die Kunden weitergeben.

Die Übergangsphase bringt zusätzliche Komplexität: Für die vom Gericht gekippten früheren Zölle müssen Rückerstattungen in Höhe von schätzungsweise 175 Milliarden US-Dollar bearbeitet werden. Der Zoll- und Grenzschutz (CBP) entwickelt derzeit ein automatisiertes System für diese Rückzahlungen, das jedoch erst in einigen Wochen voll funktionsfähig sein wird.

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Straffer Zeitplan bis zum Sommer

Die Uhr tickt: Bis zum Auslaufen der Übergangszölle Ende Juli muss eine neue Regelung stehen. Das USTR hat daher einen straffen Fahrplan vorgelegt.

Schriftliche Stellungnahmen zu beiden Ermittlungen müssen bis zum 15. April 2026 eingereicht werden. Öffentliche Anhörungen vor der US-Handelskommission in Washington folgen kurz darauf: zu Zwangsarbeit ab dem 28. April, zu Überkapazitäten ab dem 5. Mai.

Handelsexperten raten Unternehmen, diese Fristen ernst zu nehmen. Firmen in den betroffenen Sektoren sollten ihre Lieferketten prüfen, potenzielle Kostenauswirkungen modellieren und alternative Bezugsquellen identifizieren. Die Ergebnisse der Ermittlungen werden voraussichtlich im Sommer in neuen, dauerhaften Zollstrukturen münden – mit spürbaren Folgen für die globale Handelsordnung.

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