USA, Strafzölle

USA setzen Strafzölle gegen EU aus

23.01.2026 - 05:35:11

Die USA verzichten auf angedrohte Zölle gegen die EU im Austausch gegen sicherheitspolitische Zugeständnisse in der Arktis. Für Österreichs exportorientierte Industrie bedeutet dies dringend benötigte Planungssicherheit.

Die USA haben die angedrohten neuen Strafzölle gegen die Europäische Union ausgesetzt. Diese überraschende Wendung im transatlantischen Handelsstreit gab Washington am Freitag bekannt. Im Gegenzug erhält Amerika weitreichende sicherheitspolitische Zusagen in Grönland und der Arktis. Für die exportorientierte österreichische Wirtschaft bedeutet die Ankündigung eine dringend benötigte Atempause.

Die Einigung kam am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos zustande. Sie entschärft einen Konflikt, der die Wirtschaftsbeziehungen seit Monaten belastet hatte. Konkret sind Zölle von bis zu 25 Prozent auf europäische Waren nun vorerst vom Tisch. Beobachter werten den Schritt als pragmatische Lösung – auch wenn grundsätzliche Differenzen weiterbestehen.

Was die USA im Gegenzug bekommen

Die Vereinbarung basiert auf vier zentralen Säulen, die Washingtons strategische Interessen in der Arktis stärken sollen. Das zeigen Berichte aus NATO-Kreisen.

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  • Keine neuen Zölle: Die angedrohten Strafzölle gegen europäische Partner werden vollständig zurückgenommen.
  • Militärische Präsenz: Die USA erhalten grünes Licht für den Bau einer Raketenabwehranlage in Grönland. Das seit 1951 bestehende Stationierungsabkommen soll neu verhandelt werden.
  • Investitionskontrolle: Washington bekommt ein Mitspracherecht bei strategischen Investitionen in Grönland. Die USA könnten so ein Veto gegen Projekte von Nicht-NATO-Staaten wie China oder Russland einlegen.
  • Mehr Engagement: Die europäischen NATO-Mitglieder verpflichten sich zu einem verstärkten sicherheitspolitischen Engagement in der Arktis.

Trotz dieser Entspannung wird ein für diese Woche anberaumter EU-Sondergipfel weiterhin stattfinden. Dort soll die strategische Ausrichtung gegenüber der US-Handelspolitik beraten werden.

Österreichs Wirtschaft atmet auf

Für Österreich ist die Abwendung der Zölle eine Nachricht von erheblicher Tragweite. Wirtschaftskammer (WKO) und Nationalbank (OeNB) hatten wiederholt die hohe Verwundbarkeit der heimischen Industrie aufgezeigt. Eine Studie vom November 2025 prognostizierte bei einer Eskalation einen Rückgang der industriellen Wertschöpfung um 0,56 Prozent.

Die besondere Betroffenheit liegt in der tiefen Integration in europäische Lieferketten. Viele österreichische Betriebe liefern Vorprodukte an deutsche Unternehmen, deren Endprodukte für den US-Markt bestimmt sind. Besonders gefährdete Branchen waren laut Simulationen die Pharmaindustrie, Automobilzulieferer und die Metallerzeugung. Die nun erzielte „Zollpause“ verschafft diesen Sektoren dringend benötigte Planungssicherheit.

Alte Konflikte bleiben bestehen

Trotz des Durchbruchs bei den Strafzöllen brodeln andere handelspolitische Konflikte weiter. Der US-amerikanische „Inflation Reduction Act“ (IRA) sorgt weiterhin für Spannungen. Das milliardenschwere US-Subventionsprogramm für grüne Technologien benachteiligt mit „Buy American“-Klauseln europäische Unternehmen.

Die EU befürchtet eine Wettbewerbsverzerrung und hat bereits mit dem „Green Deal Industrial Plan“ reagiert, um die Abwanderung von Unternehmen zu verhindern. Diese Themen werden im EU-US-Handels- und Technologierat (TTC) behandelt. Die Kooperation in Bereichen wie Künstlicher Intelligenz und Halbleitern gilt als entscheidend für die Zukunft der transatlantischen Partnerschaft.

Ein Deal auf wackeligen Füßen

In Brüssel wird die Deeskalation zwar begrüßt, doch herrscht die Erkenntnis vor: Es handelt sich um einen fragilen Frieden. Die Einigung ist stark an sicherheitspolitische Zugeständnisse geknüpft. Die fundamentalen Meinungsverschiedenheiten über Subventionen und Handelspolitik bleiben ungelöst.

Für Österreichs exportabhängige Wirtschaft bleibt die Diversifizierung der Absatzmärkte eine strategische Notwendigkeit. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die aktuelle Entspannung von Dauer ist – oder ob ungelöste Konflikte erneut für Unsicherheit sorgen.

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