USA, KI-Regeln

USA lehnen globale KI-Regeln kategorisch ab

20.02.2026 - 21:48:20 | boerse-global.de

Die USA stellen sich gegen jede Form internationaler KI-Governance ? und torpedieren damit UN-Ple für eine gemeinsame Regulierung. Auf dem Gipfel in Neu-Delhi offenbarte sich ein fundamentaler Riss zwischen den Weltmächten.

Der amerikanische Technologieberater Michael Kratsios erklärte am letzten Tag des AI Impact Summit am 20. Februar, sein Land lehne globale KI-Aufsicht ?vollständig? ab. Diese Position stellt einen direkten Affront gegen UN-Generalsekretär António Guterres dar. Dieser hatte erst einen Tag zuvor für einen multilateralen Ansatz geworben, der die ganze Menschheit einbezieht.

Die USA argumentieren mit Innovationsfreiheit. Kratsios warnte vor bürokratischer Kontrolle, die den Fortschritt ersticke. Statt Ängste zu schüren, müsse man auf die Chancen der KI setzen. Diese marktgetriebene Haltung kollidiert frontal mit der europäischen und UN-Linie.

Guterres hatte klare Worte gefunden: Die Zukunft der KI dürfe nicht von einigen wenigen Ländern oder Milliardären entschieden werden. Der Gipfel im Globalen Süden ? erstmals in Indien ? sollte eigentlich neue Perspektiven einbringen. Stattdessen dominierte der Konflikt.

EU und UN setzen auf Regulierung ? trotz Hürden

Während die USA auf nationale Souveränität pochen, bauen die Vereinten Nationen ihre Strukturen aus. Ein neu berufener 40-köpfiger Wissenschaftsrat soll Risiken und Chancen unabhängig bewerten. Seine Erkenntnisse fließen in den globalen Dialog zur KI-Governance ein, der im Juli in Genf startet.

Die Europäische Union geht mit dem KI-Gesetz bereits einen verbindlichen Weg. Die ab August 2026 voll anwendbare Verordnung stuft KI-Systeme nach Risiko ein. Doch auch hier gibt es Probleme: Die EU-Kommission verpasste kürzlich eine Frist für Umsetzungsleitlinien und verunsichert so die Wirtschaft.

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Neue Allianzen bilden sich

Im Schatten des Großmachtstreits knüpfen andere Staaten eigene Bündnisse. Frankreich und Indien vereinbarten am 17. Februar eine Partnerschaft für ?sichere, vertrauenswürdige und menschenzentrierte? KI. Beide Länder wollen die KI-Ressourcen demokratisieren.

Die Einladung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron an Indiens Premierminister Narendra Modi zum G7-Gipfel im Juni 2026 unterstreicht diese Strategie. Sie zeigt: Wer keine globalen Regeln will, setzt auf regionale Clubs gleichgesinnter Staaten.

Wohin steuert die internationale KI-Politik?

Der Gipfel in Neu-Delhi hat die Gräben vertieft. Die Frage ist nicht mehr, ob KI reguliert werden muss, sondern wer das Wie bestimmt. Auf der einen Seite stehen die USA mit ihrem innovationsgetriebenen Modell. Auf der anderen die EU und UN mit risikobasierten, an Menschenrechten orientierten Ansätzen.

Die nächsten Monate werden richtungsweisend. Der UN-Dialog im Juli und der G7-Gipfel in Frankreich werden die Bühnen für diesen ideologischen Wettstreit sein. Klar ist: Ohne Konsens der Großmächte bleiben wirksame globale Leitplanken für die KI ein fernes Ziel.

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