US-Ernährungsrichtlinien kippen alte Regeln – DGE schlägt Alarm
09.02.2026 - 19:06:12Neue US-Ernährungsempfehlungen stellen die bisherige Ernährungspyramide auf den Kopf. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) übt scharfe Kritik an den Richtlinien aus Washington. Besonders die drastisch erhöhten Proteinwerte und eine intransparente Pyramide sorgen für Zündstoff in der Fachwelt.
Die Anfang Januar vorgestellten „Dietary Guidelines for Americans“ setzen zwar auf unverarbeitete Lebensmittel und weniger Zucker. Doch in zentralen Punkten kollidieren sie mit europäischen Standards. Die Debatte entzündet sich an einer neuen Grafik und einer Protein-Empfehlung, die doppelt so hoch ist wie hierzulande.
Die umgedrehte Pyramide: Fleisch statt Gemüse an der Basis
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – und genau hier liegt das Problem. Die neuen US-Richtlinien ersetzen das alte „MyPlate“-Modell durch eine umgedrehte Pyramide. An ihrer breiten Basis stehen nun „Protein, Milchprodukte und gesunde Fette“. Gemüse und Obst rutschen in die Mitte, Vollkorngetreide landet an der schmalen Spitze.
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Diese visuelle Botschaft widerspricht laut DGE den eigenen schriftlichen US-Empfehlungen. Diese raten nämlich weiterhin zu zwei bis vier Portionen Vollkorn täglich. In der Grafik wird diese wichtige Gruppe jedoch klein und unwichtig dargestellt. Zudem dominiert in der Basis der Pyramide rotes Fleisch, obwohl die Richtlinien eine Vielfalt aus pflanzlichen und tierischen Quellen empfehlen.
Protein-Explosion: Doppelt so viel wie in Deutschland
Der größte inhaltliche Knackpunkt ist die massiv erhöhte Proteinzufuhr. Die USA empfehlen nun 1,2 bis 1,6 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Zum Vergleich: Die DGE hält für gesunde Erwachsene 0,8 Gramm für völlig ausreichend.
Für die deutsche Fachgesellschaft ist diese Verdopplung wissenschaftlich nicht haltbar. „Es gibt keine Evidenz für einen gesundheitlichen Zusatznutzen“, so die Kritik. Stattdessen warnt die DGE vor Risiken: Wer den hohen Bedarf vor allem mit tierischen Produkten deckt, nimmt oft automatisch mehr gesättigte Fette zu sich. Auch die Transparenz des US-Entscheidungsprozesses wird bemängelt.
Zwei Welten: USA setzen auf Fleisch, Deutschland auf Pflanzen
Die Kontroverse zeigt einen klaren transatlantischen Graben. Während die USA in ihrer Grafik Fleisch und Milch prominent platzieren, setzt Deutschland auf eine pflanzenbetonte Ernährung.
- Die DGE empfiehlt mindestens 75 Prozent pflanzliche Lebensmittel.
- Der Fleischkonsum soll auf maximal 300 Gramm pro Woche begrenzt werden.
- Erstmals flossen auch Nachhaltigkeit und Umweltwirkungen in die deutschen Empfehlungen ein.
Für Verbraucher sind die widersprüchlichen Signale verwirrend. Beide Seiten betonen zwar „echtes Essen“ und weniger Zucker. Doch bei der Frage, was auf den Teller kommt, gehen die Wege auseinander. In Deutschland bleiben die eigenen, kürzlich überarbeiteten DGE-Empfehlungen der entscheidende Kompass.
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