Unicredit Aktie: 42,5 Prozent bei Commerzbank
24.06.2026 - 05:54:50 | boerse-global.de
Die italienische Großbank UniCredit hat grünes Licht von der Europäischen Zentralbank für eine grenzüberschreitende Fusion bekommen. Der eigentliche Fokus des Managements liegt aber woanders: auf der Übernahme der Commerzbank.
ECB-Segen für interne Fusion
Die EZB hat den Zusammenschluss der UniCredit SA/NV – vormals Aion Bank – in die UniCredit S.p.A. genehmigt. Die Erlaubnis datiert vom 19. Juni 2026. Parallel dazu legte das Institut seine Jahresabschlüsse der vergangenen drei Jahre offen.
Es ist ein formaler Schritt. Doch er zeigt: UniCredit treibt den Konzernumbau voran, während CEO Andrea Orcel das große Ziel Commerzbank verfolgt.
42,5 Prozent – und es könnte reichen
Auf der Mediobanca Italian CEO Conference am 23. Juni gab Orcel klare Signale. UniCredit hält bereits 42,5 Prozent an der Commerzbank. Die Übernahme-Offerte sei erfolgreicher gelaufen als erwartet.
Das Management rechnet zunehmend damit, dass die EZB die Kontrolle über die deutsche Bank feststellt. Als Kontrollschwelle gelten 50 Prozent plus eine Aktie auf der Hauptversammlung. Den Angebotspreis ändert UniCredit nicht – das sieht das deutsche Recht vor. Die Nachfrist für Aktionäre läuft bis Anfang Juli 2026.
Italien: Beobachter, nicht Käufer
Orcel stellte klar: Bei möglichen Zusammenschlüssen im italienischen Markt verhält sich UniCredit nur als Beobachter. Das Land bleibe strategisch wichtig, doch der Fokus liege auf dem Ausland. 55 bis 60 Prozent des Geschäfts laufen bereits außerhalb Italiens.
Statt teurer Zukäufe in Italien will UniCredit organisch wachsen. Die Bank rechnet damit, im Heimatmarkt zwei bis drei Prozentpunkte Marktanteil zu gewinnen – ohne zusätzliche Investitionen.
Klare Ziele, gereizte Bewertung
Die Kennziffern sprechen eine klare Sprache. UniCredit peilt eine Cost-Income-Ratio im niedrigen Dreißigerbereich an. Die Eigenkapitalrendite (ROTE) soll über 23 Prozent liegen. Dazu kommt ein erwartetes jährliches Gewinnwachstum von sieben Prozent.
Die Commerzbank-Übernahme könnte den Gewinn bis 2028 um zehn Prozent über das Niveau des Stand-alone-Szenarios heben.
Die Aktie notierte am Dienstag bei 79,16 Euro. Das sind nur 2,16 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 80,91 Euro, erreicht am 18. Juni. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von 38,25 Prozent. Der RSI liegt bei 64,6 – die Aktie hat Luft, ohne überkauft zu sein. Eine spannende Woche für Orcel und seine Investoren.
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