UBS, Aktie

UBS Aktie: A2-Rating für Private Credit

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 04:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

UBS plant Verbriefung von Kreditfondsanteilen mit A2-Rating, während Hunderte Berater das US-Geschäft verlassen.

UBS: Neue Private-Credit-Verbriefungen und Berater-Abwanderung
Abstrakte, atmosphärische Darstellung des Private-Credit-Sektors, die Stabilität und Professionalität vermittelt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Schweizer Großbank plant, Anteile an Private-Credit-Fonds in Anleihen zu verpacken und dafür ein A2-Rating von Moody's anzustreben. Abgesichert wird die Konstruktion durch eine Kreditgarantie des US-Versicherers Nationwide Mutual Insurance. Neben UBS sind auch Partners Group und Cantor Fitzgerald an ähnlichen Strukturen aktiv.

Versicherer sichert Rating ab

Das Prinzip hinter der neuen Anleihegattung: Private-Credit-Positionen, die eigentlich als illiquide und schwer einzuschätzen gelten, werden durch Versicherungsgarantien so aufgewertet, dass sie ein Investment-Grade-Rating erhalten. Für Versicherer bedeutet das mehr Kapitaleffizienz, für Anbieter wie UBS eröffnet es einen Zugang zu Anlegern, die sonst nicht in Private Credit investieren dürften. Beobachter der Branche verweisen zugleich auf die Kehrseite: Je komplexer solche Strukturen werden, desto schwerer lassen sich Risiken erkennen. Im Zweifel könnten Verluste durch die Verschachtelung verstärkt statt abgefedert werden – ein Muster, das an frühere Verbriefungskrisen erinnert und von Marktbeobachtern entsprechend kritisch begleitet wird.

Für UBS ist der Vorstoß Teil einer Strategie, das margenträchtige Geschäft mit privaten Krediten auszubauen, ohne die eigene Bilanz übermäßig zu belasten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie liegt aktuell bei rund 19 und damit nahe dem höchsten Stand der vergangenen zwölf Monate von knapp 21 – ein Hinweis darauf, dass der Markt der Bank für ihre Wachstumsinitiativen bereits eine ambitionierte Bewertung zubilligt.

Berater verlassen US-Geschäft

Parallel zu den Plänen im Private-Credit-Segment sorgt eine andere Personalie für Gesprächsstoff: Aus dem US-Geschäft der UBS haben zuletzt Hunderte Berater das Haus verlassen. Details zu den Hintergründen der Abwanderung oder zu betroffenen Geschäftsbereichen liegen nicht vor, doch die Größenordnung deutet auf einen spürbaren Umbruch im US-Wealth-Management der Bank hin. Für ein Institut, dessen Geschäftsmodell stark auf die Betreuung vermögender Privatkunden setzt, ist die Bindung von Beratern ein zentraler Erfolgsfaktor. Ein Verlust in dieser Größenordnung dürfte daher in den kommenden Monaten genauer beobachtet werden.

Kurs nahe Jahreshoch, Bewertung bleibt ambitioniert

An der Börse hat die UBS-Aktie den Handel am Freitag bei 46,13 Euro beendet, ein Rückgang von 1,43 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 15,99 Prozent zu Buche – ein Zeichen dafür, dass Anleger die strategische Neuausrichtung der Bank bislang überwiegend honorieren. Die jüngste Tagesbewegung relativiert das Bild nur leicht, ändert aber nichts am übergeordneten Aufwärtstrend des laufenden Jahres.

Die beiden Nachrichtenstränge – die Expansion ins verbriefte Private-Credit-Geschäft und der Berater-Exodus in den USA – zeigen ein Institut im Umbruch: Auf der einen Seite sucht UBS neue, margenstarke Wachstumsfelder abseits des klassischen Bankgeschäfts. Auf der anderen Seite kämpft sie im ureigenen Kerngeschäft, der Vermögensverwaltung in den USA, offenbar mit Bindungsproblemen beim eigenen Personal. Wie sich beide Entwicklungen auf die mittelfristige Ertragskraft der Bank auswirken, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen.

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