Trump, Blockade

Trump droht mit Blockade der neuen US-Kanada-Brücke

10.02.2026 - 20:42:11

Die Drohung gegen das Schlüsselprojekt verschärft den Handelskonflikt und gefährdet die nordamerikanische Wirtschaft kurz vor der USMCA-Überprüfung. Kanada reagiert mit einer neuen Automobilstrategie.

Der Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada eskaliert erneut. US-Präsident Donald Trump droht, die strategisch wichtige Gordie-Howe-Brücke zwischen Detroit und Windsor zu blockieren. Diese Drohung trifft die bereits angeschlagene nordamerikanische Wirtschaft und gefährdet die Stabilität des gesamten Kontinents kurz vor einer wichtigen Vertragsüberprüfung.

Die geplante milliardenschwere Brücke soll den wichtigsten Handelskorridor zwischen beiden Ländern entlasten. Trump fordert nun eine „vollständige Kompensation“ und mindestens 50 Prozent US-Besitz an dem Projekt. Er begründet dies mit mangelnder „Fairness“ und der Verwendung von zu wenig amerikanischem Stahl beim Bau. Diese Forderungen widersprechen der ursprünglichen Vereinbarung, nach der Kanada das Projekt vollständig finanziert.

Autoindustrie in der Zwickmühle

Die Drohung trifft die nordamerikanische Automobilindustrie ins Mark. Ihre „Just-in-Time“-Lieferketten sind extrem grenzüberschreitend verflochten und damit höchst anfällig für Störungen. Bereits bestehende US-Zölle auf Stahl, Aluminium und Autoteile haben die Produktionskosten in die Höhe getrieben und zu Jobverlusten geführt.

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Als Reaktion darauf kündigte die kanadische Regierung unter Premierminister Mark Carney eine neue nationale Automobilstrategie an. Ziel ist es, die heimische Produktion von Elektrofahrzeugen zu fördern und die Abhängigkeit vom US-Markt zu verringern. Dazu sollen auch neue Handelsabkommen mit Südkorea und China im Bereich E-Mobilität beitragen.

Dauerbrenner Zollkonflikt

Der aktuelle Streit ist nur die Spitze des Eisbergs. Seit 2025 belasten protektionistische Maßnahmen die Wirtschaftsbeziehungen. Besonders betroffen sind kanadische Stahl- und Aluminiumproduzenten, die fast ihre gesamten Exporte in die USA liefern.

Ein weiterer alter Konfliktherd sind die sogenannten „Holzkriege“. Die USA haben die Zölle auf kanadisches Weichholz massiv erhöht. Analysten warnen vor steigenden Bauholzpreisen in den USA und erheblichen Auswirkungen auf den Immobilienmarkt. Die kanadische Forstwirtschaft sucht unterdessen verzweifelt nach alternativen Absatzmärkten.

USMCA-Überprüfung als strategischer Hebel

Hinter den jüngsten Drohungen steht ein klarer Verhandlungszeitpunkt: die erste obligatorische Überprüfung des US-Mexiko-Kanada-Abkommens (USMCA) am 1. Juli 2026. An diesem Tag müssen alle drei Parteien einer Verlängerung zustimmen. Trumps Vorgehen wird als strategisches Manöver gewertet, um vor diesen entscheidenden Gesprächen maximalen Druck aufzubauen.

Die Abhängigkeit Kanadas ist enorm. Rund 77 Prozent der kanadischen Warenexporte gehen in die USA. Diese Asymmetrie macht das Land besonders verwundbar. Die anhaltende Unsicherheit zwingt kanadische Unternehmen nun, ihre Lieferketten teuer und langwierig umzubauen.

Wohin steuert der nordamerikanische Handel?

Die unmittelbare Zukunft hängt von den Verhandlungen über die Gordie-Howe-Brücke ab. Ein Scheitern könnte nicht nur das Infrastrukturprojekt gefährden, sondern eine neue Eskalationsspirale in Gang setzen. Langfristig bleibt die USMCA-Überprüfung der entscheidende Stabilitätsfaktor.

Die Spannungen beschleunigen einen globalen Trend: Unternehmen wollen ihre Lieferketten widerstandsfähiger gegen geopolitischen Druck machen. Für Kanada heißt das, neue Märkte zu erschließen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die tief verwurzelten Wirtschaftsbeziehungen dieser Zerreißprobe standhalten – oder ob eine kostspielige Neuordnung unausweichlich ist.

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