Süßstoffe: Neue Studie stellt WHO-Empfehlung in Frage
12.02.2026 - 18:10:19Zuckerfreie Süßstoffe können beim Halten des Gewichts helfen. Das zeigt eine neue europäische Großstudie – und widerspricht damit der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Debatte um die kleinen Helfer ist damit neu entfacht.
WHO warnt vor langfristigen Risiken
Im Mai 2023 sorgte die WHO für Aufsehen. Ihre klare Empfehlung: Zuckerfreie Süßstoffe wie Aspartam oder Stevia helfen langfristig nicht beim Abnehmen. Stattdessen könne ihr dauerhafter Konsum das Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sogar erhöhen.
Die Organisation stützte sich damals auf eine Auswertung zahlreicher Studien, die keinen nachweisbaren Nutzen für die Gewichtskontrolle fanden. Ihr Rat lautete stattdessen: Reduziert generell den Zuckerkonsum.
SWEET-Studie liefert Gegenevidenz
Jetzt kontert das von der EU geförderte SWEET-Projekt mit harten Daten. In der einjährigen Studie mit über 300 Erwachsenen und Kindern mit Übergewicht zeigte sich ein anderes Bild.
Die Probanden nahmen zunächst im Schnitt zehn Kilogramm ab. In der folgenden Phase gelang es der Gruppe, die Süßstoffe verwendete, ihr Gewicht deutlich besser zu stabilisieren als der Teil, der auf Zucker setzte. Die Forscher sehen Süßstoffe damit als wirksames Werkzeug im langfristigen Gewichtsmanagement – vorausgesetzt, sie ersetzen tatsächlich Zucker.
Streitpunkt Darm und Stoffwechsel
Ein zentraler Streitpunkt ist die Wirkung auf den Darm. Während ältere Studien negative Effekte auf das Mikrobiom vermuteten, fand die SWEET-Studie sogar positive Veränderungen, die den Abnehmerfolg erklären könnten.
Andere Theorien bleiben jedoch im Raum: Könnten die Süßstoffe das Gehirn verwirren und so den Hunger steigern? Die Wissenschaft ist sich hier noch nicht einig.
Warum die Bewertungen so unterschiedlich ausfallen
Der Widerspruch zwischen WHO und neuer Forschung hat methodische Gründe:
* Die WHO-Leitlinie basiert stark auf Beobachtungsstudien. Sie zeigen Korrelationen, können aber keine Ursache-Wirkung-Beziehung beweisen.
* Das SWEET-Projekt ist eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT). Dieser Studientyp gilt als Goldstandard, um kausale Effekte nachzuweisen.
Kritiker der WHO-Position argumentieren, dass die Gesamtheit hochwertiger RCTs einen klaren Trend zeigt: Der Ersatz von Zucker durch Süßstoffe führt zu einer moderaten, aber signifikanten Gewichtsabnahme – besonders, wenn zuckerhaltige Getränke ersetzt werden.
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Wohin geht die Reise?
Die Debatte ist damit nicht beendet, aber die neuen Daten zwingen zum Überdenken. Die Forschung der Zukunft wird sich auf langfristige RCTs konzentrieren müssen.
Ein spannender Ansatz ist die personalisierte Ernährung: Erste Hinweise deuten darauf hin, dass die individuelle Darmflora bestimmen könnte, wie gut jemand auf Süßstoffe anspricht. Bis dahin gilt: Süßstoffe sind kein Wundermittel, können aber ein nützliches Werkzeug sein, um den Zuckerkonsum insgesamt zu reduzieren.
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