Sturzprävention: Training senkt Risiko um 40 Prozent
26.02.2026 - 03:09:56 | boerse-global.deEin gezieltes Kraft- und Gleichgewichtstraining kann das Sturzrisiko bei Senioren um bis zu 40 Prozent senken. Das belegen aktuelle Studien. In Deutschland stürzt etwa jeder Dritte über 65 mindestens einmal pro Jahr – mit oft schwerwiegenden Folgen.
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Die Konsequenzen reichen von schmerzhaften Oberschenkelhalsbrüchen über lange Krankenhausaufenthalte bis zur Pflegebedürftigkeit. Für das Gesundheitssystem entstehen jährlich Kosten in Milliardenhöhe. Die gute Nachricht: Ein Großteil dieser Stürze ist vermeidbar.
Einfache Übungen mit großer Wirkung
Experten betonen: Es geht nicht um sportliche Höchstleistungen. Entscheidend ist die regelmäßige Integration simpler Übungen in den Alltag. Dazu zählen das Stehen auf einem Bein beim Zähneputzen, leichte Kniebeugen an der Stuhllehne oder bewusst langsames Treppensteigen.
Diese Übungen bekämpfen die Hauptrisikofaktoren: den altersbedingten Muskelabbau und die nachlassende neuromuskuläre Kontrolle. Sie stärken die Beinmuskulatur und verbessern Koordination sowie Reaktionsvermögen. So bleibt man auch im Alter sicher auf den Beinen.
Bundesinitiative treibt Prävention voran
Als zentraler Akteur in Deutschland arbeitet die Bundesinitiative Sturzprävention (BIS) an flächendeckenden Angeboten. Der Zusammenschluss aus Wissenschaft, Krankenkassen und Verbänden hat kürzlich seine Empfehlungen an neue globale Leitlinien angepasst.
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Der Ansatz ist umfassend. Neben dem körperlichen Training prüft er auch Medikamente auf sturzfördernde Nebenwirkungen, passt Sehhilfen an und beseitigt häusliche Stolperfallen wie lose Teppiche.
Teufelskreis aus Angst und Inaktivität
Die Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Denn die Angst vor einem Sturz löst oft einen gefährlichen Teufelskreis aus: Betroffene bewegen sich weniger, Muskeln bauen schneller ab und die soziale Isolation wächst. Das erhöht paradoxerweise das Risiko für den nächsten Sturz.
Gesundheitsökonomen sehen hier enormes Einsparpotenzial. Jeder verhinderte Krankenhausaufenthalt entlastet das System. Daher fordern Experten mehr zugängliche Angebote in Vereinen oder bei Physiotherapeuten. Hausärzte sollen Risikopatienten früher identifizieren und motivieren.
Weichenstellung bei Expertentreffen in Kassel
Die Zukunft der Sturzprävention diskutieren Fachleute am 10. und 11. Juli in Kassel. Auf der Tagung der Bundesinitiative geht es um neue Behandlungsansätze und die praktische Umsetzung der aktualisierten Leitlinien.
Angesichts der alternden Gesellschaft sind Investitionen in die Fitness der Senioren entscheidend. Die Botschaft der Experten ist klar: Aktiv bleiben ist der beste Schutz.
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