Studierende warten Wochen auf psychologische Hilfe
21.02.2026 - 11:22:12 | boerse-global.deDie Wartelisten der psychosozialen Beratungsstellen an Hochschulen sind überfüllt. Nach dem Ende der Prüfungsphase suchen immer mehr Studierende verzweifelt Unterstützung – und müssen oft sechs bis acht Wochen auf ein Erstgespräch warten. Experten schlagen Alarm.
Chronischer Stress statt Prüfungsangst
Was früher als klassische Prüfungsnervosität galt, hat sich zu einer komplexen Krise entwickelt. Die Beratungsstellen der Studierendenwerke melden einen massiven Anstieg an Hilfeersuchen. Die Probleme reichen von existenziellen Ängsten über Einsamkeit bis zu depressiven Verstimmungen.
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Besonders in der vorlesungsfreien Zeit spitzt sich die Lage zu. Fällt der strukturierte Unialltag weg, stürzen viele in ein psychisches Loch. Ein schneller Termin ist dann kaum zu bekommen. In akuten Notfällen kann die lange Wartezeit gefährlich werden.
Finanznot und Einsamkeit als Treiber
Die Überlastung ist kein Einzelfall, sondern der Höhepunkt einer langen Entwicklung. Laut dem jüngsten Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse fühlen sich mehr als zwei Drittel der Studierenden gestresst und erschöpft. Diagnosen psychischer Erkrankungen nehmen zu.
Die Gründe sind vielfältig. Viele leiden noch unter den „Post-Corona-Effekten“ und haben Probleme mit sozialem Anschluss. Dazu kommt die massive finanzielle Belastung durch Inflation und hohe Mieten. Wer die nächste Miete nicht zahlen kann, kann sich kaum aufs Lernen konzentrieren.
Politischer Streit um Hilfsgelder
Die Kluft zwischen Bedarf und Finanzierung ist zum Zankapfel geworden. Das Deutsche Studierendenwerk fordert einen „Hochschulsozialpakt“ von Bund und Ländern. Das Ziel: mehr Geld für Psychologen und Berater.
Bislang reagiert die Politik zurückhaltend. Für Forschung fließen Milliarden, die psychosoziale Versorgung gilt oft als freiwillige Leistung. Kritiker bemängeln, dass selbst die jüngsten BAföG-Reformen die strukturelle Unterfinanzierung nicht beheben. Ohne eine Finanzspritze droht ein Kollaps der Versorgung.
Digitale Hilfe – die zweite Wahl?
Um die Wartezeiten zu überbrücken, setzen viele Einrichtungen auf digitale Lösungen. Video-Beratungen, Krisen-Apps und Online-Workshops gehören mittlerweile zum Standard. Auch Krankenkassen haben ihre digitalen Angebote ausgebaut.
Experten sehen das ambivalent. Zwar senken Online-Angebote die Hemmschwelle. Doch eine App kann keine Therapie ersetzen. Bei schweren Depressionen ist der persönliche Kontakt unverzichtbar. Die Sorge: Die Politik könnte die Digitalisierung als billiges Allheilmittel missbrauchen, um Personal zu sparen.
Droht ein düsteres Sommersemester?
Der Blick auf das kommende Sommersemester ist skeptisch. Ohne den Hochschulsozialpakt dürften sich die Wartezeiten weiter verlängern. Die psychische Gesundheit ist längst ein Standortfaktor für den Bildungsstandort Deutschland.
Hohe Abbruchquoten wegen psychischer Belastungen verschärfen langfristig den Fachkräftemangel. Studierendenvertretungen wollen nun den Druck auf die Landesregierungen erhöhen. Ihre Botschaft: Ein erfolgreiches Studium braucht psychische Stabilität. Die ist für viele aktuell unerreichbar.
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