Studie, Hirnveränderungen

Studie zeigt dynamische Hirnveränderungen bei Psychose

20.02.2026 - 22:01:11 | boerse-global.de

Eine Langzeitstudie zeigt, dass eine erste psychotische Episode mit kortikalem Volumenverlust einhergeht, der von Hirnreifung und Behandlung beeinflusst wird und neue Therapieansätze eröffnet.

Eine Langzeitstudie liefert neue Einblicke in die Gehirnveränderungen bei einer ersten psychotischen Episode. Forscher der Universität Sevilla fanden heraus, dass Psychose ein dynamischer Prozess ist, der von Hirnreifung, Symptomen und Behandlung beeinflusst wird.

Kortikaler Schwund in Schlüsselregionen

Die Wissenschaftler untersuchten die Gehirne von 357 Patienten mit einer ersten Schizophrenie-Episode und verglichen sie mit 195 gesunden Personen. Sie stellten einen deutlichen Verlust an kortikalem Volumen fest. Besonders betroffen waren Hirnregionen mit einer hohen Dichte an Serotonin- und Dopaminrezeptoren.

Diese Neurotransmitter sind zentral für das Verständnis von Psychosen und stellen die Hauptangriffspunkte aktueller Medikamente dar. Die Studie bestätigt damit nicht nur die Rolle dieser Botenstoffe, sondern zeigt auch die zugrundeliegenden strukturellen Hirnveränderungen.

Kein einheitlicher Verlauf

Ein zentrales Ergebnis: Der Verlauf einer Psychose ist höchst individuell. Die Studie beschreibt die Erkrankung als einen Zustand, der von schwankenden biologischen Prozessen geprägt ist. Diese reagieren auf Behandlung und Umweltfaktoren.

Während die erste Episode mit einem signifikanten Volumenverlust einhergeht, kann eine klinische Stabilisierung den weiteren Hirnabbau verlangsamen. Diese Erkenntnis stellt die alte Annahme eines rein fortschreitenden, neurodegenerativen Prozesses in Frage.

Neue Ansatzpunkte für Therapien

Die Daten deuten darauf hin, dass auch Entzündungs- und Immunprozesse im Gehirn eine Rolle spielen könnten. Das eröffnet neue Wege für die Behandlung. Zukünftige Therapien könnten neben der Rezeptor-Modulation auch entzündungshemmende Ansätze verfolgen.

Diese Beteiligung des Immunsystems könnte ein weiterer Faktor sein, der die große Variabilität im Krankheitsverlauf zwischen Patienten erklärt.

Weg zur personalisierten Psychiatrie

Die Studie hat weitreichende Implikationen für die klinische Praxis. Das Verständnis des dynamischen Prozesses erfordert eine Abkehr von Standard-Therapien hin zu personalisierten Strategien.

Die Fähigkeit, strukturelle Hirnveränderungen abzubilden und zu verfolgen, könnte eine zuverlässigere Früherkennung ermöglichen. Ärzte könnten Behandlungen dann gezielter auf das individuelle neurobiologische Profil eines Patienten abstimmen.

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