Studie: Unterbrechungen kosten deutsche Wirtschaft 114 Milliarden Euro
10.02.2026 - 00:32:12
Alle vier Minuten wird die Konzentration von Wissensarbeitern gestört. Diese ständigen Unterbrechungen kosten die deutsche Wirtschaft jährlich rund 114 Milliarden Euro. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt eine Tagebuchstudie des Thinktanks Next Work Innovation (NWI).
Die 4-Minuten-Falle: So zerstückelt der Arbeitsalltag
Die Studie mit 637 Wissensarbeitern aus 25 Unternehmen zeigt ein klares Bild: Der digitale Arbeitsalltag ist extrem fragmentiert. Die Hauptstörfaktoren sind tief in den Arbeitsprozessen verankert:
* E-Mails führen die Liste der Ablenkungen an.
* Unwichtige Telefonate und der Strom von Messenger-Benachrichtigungen folgen dichtauf.
* Eine exzessive Meeting-Kultur verschärft das Problem.
Die Konsequenzen sind messbar: Jeder Unterbrechung folgt eine Phase der Refokussierung. Das verlängert die Bearbeitungszeit einer Aufgabe um mindestens 15 Prozent und erhöht die Fehlerquote um bis zu 18 Prozent. Hochgerechnet summieren sich die Störungen für jeden Mitarbeiter auf fünf unproduktive Arbeitstage – pro Monat.
Passend zum Thema: Ständige Unterbrechungen und volle Postfächer zerstören den beruflichen Flow – oft fehlen einfache Strategien, um den Tag fokussiert zu gestalten. Das kostenlose E‑Book „7 Methoden für ein effektives Zeit‑ und Aufgabenmanagement“ zeigt praxiserprobte Techniken (ALPEN, Eisenhower, Pomodoro), konkrete Regeln für geschützte Fokuszeiten und einen 5‑Minuten‑Plan, mit dem Sie Ihre Produktivität sofort steigern. Ideal für Wissensarbeiter, die wieder mehr wirklich schaffen wollen. Jetzt kostenloses Zeitmanagement-E‑Book sichern
Dauerstress statt produktivem Flow
Die wirtschaftlichen Kosten sind enorm, doch die psychologischen Folgen wiegen schwer. Der ständige Kontextwechsel verhindert, dass Mitarbeiter in einen produktiven „Flow-Zustand“ gelangen. Stattdessen dominieren Gefühle der Überforderung und des Zeitdrucks.
Chronischer Stress mit Symptomen wie Nervosität oder Schlafstörungen ist die Folge. Besonders bei anspruchsvollen Denkaufgaben werden Unterbrechungen als extrem belastend empfunden. Das ständige Gefühl, trotz Hektik nichts zu schaffen, untergräbt die Zufriedenheit und Motivation.
Digitalisierung als Ursache und mögliche Lösung
Die hohe Unterbrechungsrate ist eine direkte Kehrseite der Digitalisierung. Tools wie E-Mail und Messenger, einst für mehr Effizienz gedacht, haben eine Kultur der sofortigen Erwartung geschaffen. Die Grenze zwischen Arbeit und Pause verschwimmt.
Doch es gibt Gegenstrategien. Immer mehr Unternehmen etablieren geschützte Fokuszeiten ohne Kommunikation. Die Reduzierung unnötiger Meetings und Schulungen im Selbstmanagement gewinnen an Bedeutung. Könnte künstliche Intelligenz hier helfen? KI-Assistenten könnten künftig Nachrichtenströme filtern und priorisieren – und so die wertvolle Ressource Aufmerksamkeit schützen.

