Studie offenbart massive Hürden bei beruflicher Rehabilitation
22.01.2026 - 00:26:12Eine neue Analyse zeigt alarmierende Schwachstellen in den Zugangswegen zur beruflichen Rehabilitation für Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Der Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke (BV BFW) legt damit kritische Handlungsfelder offen.
Neuralgische Punkte im Reha-System
Die Studie, die in Kooperation mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entstand, durchleuchtete den gesamten Prozess von der Antragstellung bis zum Maßnahmenbeginn. Die Forscher identifizierten sogenannte „neuralgische Punkte“, an denen überproportional viele Anspruchsberechtigte aus dem System ausscheiden.
Nicht nur bürokratische Hürden behindern den Zugang. Auch veränderte Erwartungen der Betroffenen und neue Zielgruppen stellen das System vor Herausforderungen. Die Studie fordert eine Modernisierung der Beratungspraxis und nahtlosere Übergänge zwischen den Reha-Phasen.
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Dramatische Zahlen untermauern Dringlichkeit
Die Analyse erscheint vor einem düsteren arbeitsmarktpolitischen Hintergrund. Das „Inklusionsbarometer Arbeit“ zeigte bereits im November 2025: Die Arbeitslosenquote bei Menschen mit Schwerbehinderung liegt fast doppelt so hoch wie die allgemeine Quote.
2024 waren fast zwölf Prozent dieser Gruppe arbeitslos. Gleichzeitig erfüllte nur gut ein Drittel der beschäftigungspflichtigen Unternehmen die gesetzliche Fünf-Prozent-Quote. Die strukturellen Barrieren wirken somit doppelt – sowohl vor als auch nach dem Jobeinstieg.
Neue Gesetze und digitale Herausforderungen
2026 bringt weitreichende gesetzliche Änderungen. Angepasste Regelungen zur Altersrente und eine erhöhte Ausgleichsabgabe für Unternehmen sollen den Druck zur Einstellung erhöhen. Doch können diese finanziellen Anreize wirken, wenn der Zugang zur Rehabilitation bereits scheitert?
Parallel schafft die Digitalisierung neue Chancen und Barrieren. Die geplante digitale EU-Behindertenkarte könnte Prozesse vereinfachen. Doch Studien wie die des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) mahnen: Digitale Barrierefreiheit ist Voraussetzung für Teilhabe. Die BV BFW-Analyse appelliert daher an barrierefreie digitale Schnittstellen in der Antragsstellung.
Von der Analyse zur praktischen Umsetzung
Die Studie liefert eine klare Aufforderung an Politik, Kostenträger und Rehabilitationseinrichtungen. Die Empfehlungen zielen auf agilere, personenzentrierte Strukturen. Nur so kann der Anschluss an den ersten Arbeitsmarkt gelingen.
Die praktische Umsetzung wird darüber entscheiden, ob die gesetzlichen Neuregelungen 2026 ihre volle Wirkung entfalten. Die Studie markiert einen kritischen Zeitpunkt – zwischen alarmierender Analyse und dringend notwendiger Systemverbesserung.
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