Studie: Lebensstil senkt Demenzrisiko um bis zu 38 Prozent
24.02.2026 - 00:31:50 | boerse-global.deEin aktiver Lebensstil schützt wirksam vor Demenz. Neue Langzeitstudien zeigen: Geistige Fitness und gesunde Ernährung können das Erkrankungsrisiko um mehr als ein Drittel senken und den Ausbruch um Jahre verzögern. Angesichts weltweit steigender Fallzahlen bietet die Prävention einen entscheidenden Hoffnungsschimmer.
Geistige Aktivität verschiebt Diagnose um sechs Jahre
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Eine aktuelle Langzeitstudie aus Chicago liefert beeindruckende Zahlen. Sie begleitete fast 2.000 ältere Menschen über viele Jahre. Das Ergebnis: Teilnehmer mit der höchsten geistigen Aktivität hatten ein um 38 Prozent geringeres Alzheimer-Risiko.
Noch eindrucksvoller ist der Effekt auf den Zeitpunkt der Erkrankung. Die geistig fittesten Probanden erhielten ihre Diagnose im Schnitt erst mit 94 Jahren – sechs Jahre später als weniger aktive Personen. Dieser Schutz blieb selbst nach Berücksichtigung von Bildung und Alter bestehen. Als wirksame Aktivitäten gelten Lesen, Rätsellösen oder Museumsbesuche.
Mediterrane Ernährung bremst den Abbau
Was schützt das Gehirn noch? Eine weitere große US-Studie unterstreicht die zentrale Rolle der Ernährung. Die Analyse von rund 160.000 Personen zeigt: Ernährungsweisen, die Entzündungen hemmen und Blutzucker regulieren, verlangsamen den kognitiven Abbau nachweislich.
Die Empfehlung der Experten ist klar und deckt sich mit WHO-Leitlinien: Eine mediterrane Kost mit viel Gemüse, Obst, Nüssen und Fisch ist ideal. Gleichzeitig sollte der Konsum von Zucker, Salz und ungesunden Fetten reduziert werden. Die Botschaft: Was gut fürs Herz ist, schützt auch das Gehirn.
Der Mix macht den Unterschied
Der größte Effekt entfaltet ein ganzheitlicher Ansatz. Die internationale „Lancet Commission“ identifizierte bereits zwölf beeinflussbare Risikofaktoren. Zusammen könnten diese für rund 40 Prozent aller Demenzerkrankungen verantwortlich sein.
Dazu zählen:
* Bewegungsmangel: Mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche empfiehlt die WHO. Sport kann sogar Alzheimer-typische Eiweißablagerungen im Gehirn reduzieren.
* Herz-Kreislauf-Probleme: Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes im mittleren Alter sind entscheidende Risikotreiber.
* Risikoverhalten: Rauchen und hoher Alkoholkonsum erhöhen die Gefahr signifikant.
* Soziale Faktoren: Auch Schwerhörigkeit, soziale Isolation und Depressionen spielen eine Rolle.
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Nie zu spät für ein fittes Gehirn
Die Studien bestätigen, was Experten betonen: Demenz ist kein reines Schicksal. Schätzungen des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) gehen davon aus, dass in Deutschland über ein Drittel aller Fälle durch die Reduzierung von Risikofaktoren vermeidbar wären.
Die ermutigende Nachricht: Es ist nie zu spät zu starten. Selbst ein gezieltes, mehrwöchiges Gehirntraining kann bei über 70-Jährigen das Risiko noch messbar senken. Die Zukunft könnte in personalisierten Präventionsprogrammen liegen, die auf individuelle Risikoprofile zugeschnitten sind.
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