Studie: Jedes dritte Kind erlebt psychische Gewalt
23.02.2026 - 07:43:12 | boerse-global.deNeue Daten zeigen das erschreckende Ausmaß toxischer Familiendynamiken. Auslöser der aktuellen Debatte sind die Zahlen der „LeSuBiA“-Studie des Bundeskriminalamts. Sie offenbaren: Jeder dritte Befragte erlebte in der Kindheit psychische Gewalt durch die Eltern. Physische Gewalt erlitt sogar jeder Zweite.
Diese Zahlen sind ein deutlicher Indikator für massive Probleme in der Erziehung. Dazu zählt auch das Aufwachsen mit narzisstischen Elternteilen. Sie zeigen oft mangelnde Empathie, manipulative Verhaltensweisen und ein extremes Bedürfnis nach Bewunderung.
Für das Kind bedeutet das emotionale Erpressung, unberechenbare Wutausbrüche oder den subtilen Entzug von Zuneigung. Es wird nicht als eigenständige Person, sondern als Erweiterung des elterlichen Egos gesehen. Psychologen warnen: Diese subtile, anhaltende Gewalt bildet den Nährboden für tiefgreifende Störungen, die bis ins Erwachsenenalter reichen.
Der fatale Mechanismus der erlernten Hilflosigkeit
Ein zentrales Konzept zum Verständnis der Folgen ist die erlernte Hilflosigkeit. Kinder narzisstischer Eltern erleben chronisch, dass weder Anpassung noch Rebellion sie vor Verletzungen schützen. Die Reaktionen der Eltern sind inkonsistent und hängen von deren Stimmung ab, nicht vom Verhalten des Kindes.
Die Betroffenen kapitulieren innerlich. Sie verinnerlichen die Überzeugung, ohnmächtig zu sein. Im Erwachsenenalter äußert sich das oft in extremer Passivität, einem verminderten Selbstwertgefühl und depressiven Verstimmungen.
Eine neue Studie der McMaster University in Kanada unterstreicht, wie komplex diese Prägungen sind. Die Forscher fanden bei Jugendlichen heraus: Soziale Ängste führen nicht nur zum stillen Rückzug. Ein großer Teil entwickelt als Schutzmechanismus untypische Muster – von Impulsivität bis hin zu verletzlichem Narzissmus.
Der Weg zurück zur eigenen Handlungsfähigkeit
Die Überwindung dieser Hilflosigkeit erfordert einen bewussten und oft schmerzhaften Prozess. Expertin Chris Oeuvray weist darauf hin, dass erwachsene Kinder oft im „Co-Narzissmus“ gefangen bleiben. Sie geben ihr eigenes Ich zugunsten der elterlichen Erwartungen auf.
Der erste Schritt zur Heilung ist es, dieses destruktive Muster zu erkennen. Betroffene müssen verinnerlichen: Die Defizite der Eltern sind nicht ihre Schuld. Therapeuten raten, den Fokus auf die eigene Selbstwirksamkeit zu lenken.
Das gelingt durch kleine, realistische Ziele im Alltag. So lernt das Gehirn neue Erfahrungen von Kontrolle und Handlungsfähigkeit.
Wenn Sie merken, dass ständige Aufschieberitis das Umsetzen kleiner Ziele blockiert, kann ein kurzer Praxis-Guide helfen. Das Gratis-PDF „Die 4 besten Methoden gegen Aufschieberitis“ erklärt die wahren Auslöser der Prokrastination und liefert vier sofort umsetzbare Strategien, mit denen Sie wieder häufiger ins Tun kommen und kleine Erfolge feiern. Gratis-PDF: Die 4 besten Methoden gegen Aufschieberitis sichern
Essenziell ist auch die Regulation des Nervensystems. Denn erlernte Hilflosigkeit ist ein physiologisches Phänomen – der Körper verharrt im chronischen Stresszustand. Daher gewinnen körperorientierte, traumasensible Therapien an Bedeutung.
Gesellschaft und Therapie schärfen ihren Blick
Die aktuellen Debatten spiegeln einen Paradigmenwechsel wider. Lange wurde Narzissmus nur mit Grandiosität und Arroganz verbunden. Jetzt rücken die subtileren, verdeckten Formen in den Fokus.
Dazu zählt der vulnerable Narzissmus oder der „Mutter-Theresa-Narzissmus“, der sich hinter scheinbarer Aufopferung verbirgt. Dass das Thema hochaktuell ist, zeigt auch die Fachwelt. Die Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse widmet sich dieser Woche in einem Seminar exakt den „zwei Gesichtern des Narzissmus“.
Erfahrene Therapeuten sehen darin ein klares Signal. Die psychotherapeutische Praxis verfeinert ihre Diagnosewerkzeuge massiv. Toxische Familiensysteme werden heute früher erkannt. Die Folgen, wie die erlernte Hilflosigkeit, können gezielter behandelt werden.
Können präventive Maßnahmen künftig mehr schützen? Die jüngsten Daten unterstreichen die Notwendigkeit, solche Angebote in Schulen und Jugendhilfe auszubauen. Das Ziel: Emotionale Gewalt muss viel früher identifiziert werden.
Auf therapeutischer Ebene zeichnet sich ein Trend ab. Klassische Verfahren werden zunehmend mit körperorientierten Methoden kombiniert. Die Fachwelt will die tief im Nervensystem verankerte Hilflosigkeit nicht nur rational verstehen, sondern physisch auflösen.
Die fortschreitende Entstigmatisierung des Themas ermutigt Betroffene, Hilfe zu suchen. Der Weg aus dem Schatten narzisstischer Eltern ist lang. Doch die aktuellen Entwicklungen bieten mehr Werkzeuge denn je, um die eigene Lebensfreude zurückzugewinnen.
Hol dir den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt kostenlos anmelden
Jetzt abonnieren.


