Studie, ADHS-Typen

Studie identifiziert drei biologische ADHS-Typen

04.03.2026 - 13:55:16 | boerse-global.de

Eine neue Studie klassifiziert ADHS erstmals anhand von Hirnstrukturen in drei Biotypen. Dies könnte langfristig zu maßgeschneiderten Therapien führen und den bisherigen Trial-and-Error-Ansatz ablösen.

Studie identifiziert drei biologische ADHS-Typen - Foto: über boerse-global.de
Studie identifiziert drei biologische ADHS-Typen - Foto: über boerse-global.de

Eine neue Studie teilt ADHS erstmals in drei biologisch unterscheidbare Subtypen ein. Die Entdeckung könnte den Weg für personalisierte Therapien ebnen und die bisherige Behandlung durch Versuch und Irrtum ablösen. Forscher des West China Hospital analysierten dafür Hirnscans von über 1.150 Kindern mit Künstlicher Intelligenz.

Vom Verhalten zum Hirnscan

Bisher stützt sich die ADHS-Diagnose fast ausschließlich auf Verhaltenschecklisten. Zwei Patienten mit derselben Diagnose können jedoch völlig unterschiedliche Symptome haben. Die Folge: Die Suche nach der richtigen Medikation gleicht oft einem langwierigen Trial-and-Error-Prozess.

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Die aktuelle Studie setzt nun auf Biologie statt auf Beobachtung. Mittels MRT-Aufnahmen kartierten die Forscher die strukturellen Eigenschaften des Gehirns. Ein KI-Algorithmus gruppierte die Teilnehmer anschließend basierend auf ihren Hirnnetzwerken. So entstanden drei stabile „Biotypen“.

Die drei Gesichter von ADHS

Die Analyse offenbarte drei klar unterscheidbare Muster mit eigenen Krankheitsprofilen:

  • Biotyp 1 zeigt globale Veränderungen im Gehirn. Betroffene haben die schwersten Symptome, die oft bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben.
  • Biotyp 2 weist eher lokale, tiefe Hirnveränderungen auf. Die Symptome fallen hier moderater aus.
  • Biotyp 3 hat nur minimale Abweichungen. Die kognitiven Profile ähneln stark denen von Kindern ohne ADHS.

Diese Einteilung geht weit über die alten Kategorien wie „unaufmerksam“ oder „hyperaktiv“ hinaus. Sie liefert eine biologische Grundlage für die enorme Vielfalt der Störung.

Der Traum von der maßgeschneiderten Therapie

Was bedeutet das für die Praxis? Langfristig könnte ein Hirnscan zeigen, welcher Biotyp vorliegt. Ärzte würden so gezielter behandeln – ähnlich wie in der Krebsmedizin, wo Therapien bereits auf genetische Marker abgestimmt werden.

Denkbar ist, dass jeder Biotyp unterschiedlich auf Stimulanzien wie Methylphenidat anspricht. Die Studie validiert damit, was erfahrene Ärzte schon lange vermuten: ADHS ist nicht gleich ADHS.

Noch kein Alltag in der Praxis

Experten betonen: Die Biotypen sind noch keine offiziellen Diagnosekategorien. Bis zur klinischen Routine wird es noch Jahre dauern. Zuerst müssen die Ergebnisse in größeren Studien bestätigt werden.

Eine große Hürde sind die teuren MRT-Scans. Die Forschung sucht bereits nach günstigeren Alternativen, etwa EEG-basierte Verfahren. Doch die Richtung ist klar: Die Zukunft der ADHS-Behandlung wird präziser und weniger belastend für Patienten.

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