Studie, Gehirntraining

Studie: Gehirntraining schützt 20 Jahre lang vor Demenz

13.02.2026 - 23:31:12

Die ACTIVE-Studie liefert robuste Belege dafür, dass gezieltes Training der Verarbeitungsgeschwindigkeit das Demenzrisiko langfristig reduzieren kann. Dies könnte die digitale Prävention grundlegend verändern.

Eine Langzeitstudie liefert erstmals robuste Beweise: Ein spezielles Computertraining kann das Demenzrisiko noch zwei Jahrzehnte später senken. Die Ergebnisse der wegweisenden ACTIVE-Studie wurden diese Woche veröffentlicht und könnten die digitale Prävention revolutionieren.

Die im Fachjournal Alzheimer’s & Dementia publizierten Daten zeigen: Ältere Erwachsene, die ein „Speed of Processing“-Training absolvierten, erhielten Jahrzehnte später deutlich seltener eine Demenzdiagnose. Es ist die bisher längste klinische Studie zu diesem Thema und ein starkes Signal für wissenschaftlich validierte Gehirntrainings.

Der klare Sieger nach 20 Jahren

Die einzigartige ACTIVE-Studie startete bereits zwischen 1998 und 1999 mit über 2.800 gesunden Teilnehmern. Sie wurden in vier Gruppen aufgeteilt:
* Drei Gruppen trainierten verschiedene kognitive Fähigkeiten.
* Eine Gruppe diente als Kontrollgruppe ohne Training.

Das Ergebnis nach 20 Jahren ist eindeutig: Nur das Training der visuellen Verarbeitungsgeschwindigkeit zeigte einen signifikanten Schutzeffekt. Bei diesem am Computer durchgeführten Training lernten die Probanden, visuelle Informationen immer schneller und unter komplexeren Bedingungen zu verarbeiten.

Frühere Auswertungen nach zehn Jahren deuteten bereits auf ein um 29 bis 48 Prozent geringeres Risiko hin. Die neuen Daten untermauern diese außergewöhnlich langanhaltende Wirkung nun eindrucksvoll.

Nicht jedes Gehirnjogging ist wirksam

Die Studie unterstreicht einen kritischen Punkt: Die Art des Trainings ist entscheidend. Viele kommerzielle Apps setzen auf allgemeine Rätsel – doch Experten warnen, dass diese oft nur die Leistung in der spezifischen Aufgabe verbessern. Ein Transfer auf den Alltag bleibt aus.

Wirksam sind laut Forschung vor allem Programme, die gezielt Kernfunktionen wie die Verarbeitungsgeschwindigkeit oder das Arbeitsgedächtnis ansprechen. Wichtige Erfolgsfaktoren sind:
* Personalisierung: Der Schwierigkeitsgrad passt sich der Leistung an.
* Zielgerichtetheit: Die Übungen zielen auf alltagsrelevante Verbesserungen ab.

Plattformen wie BrainHQ basieren direkt auf dem in der ACTIVE-Studie validierten Prinzip. Sie sollen durch gezielte Herausforderungen die Neuroplastizität des Gehirns anregen.

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Evidenz statt Entertainment: Der Trend im Markt

Auch in Deutschland wächst die Zahl der Anbieter. Bekannte Plattformen wie NeuroNation, Lumosity oder Peak bieten eine Vielzahl von Übungen an. Einige legen Wert auf wissenschaftliche Fundierung.

NeuroNation etwa kooperiert mit Forschern, wurde in Studien untersucht und wird von einigen Krankenkassen als erstattungsfähiges Medizinprodukt angeboten. Die Botschaft für Nutzer ist klar: Achten Sie bei der Auswahl auf evidenzbasierte Übungen und unabhängig überprüfte Wirksamkeit.

Ein Wendepunkt für die Prävention?

Die 20-Jahres-Daten könnten einen Paradigmenwechsel einläuten. Bisherige Skepsis gegenüber Gehirnjogging – oft begründet durch kurzfristige, uneindeutige Studien – wird durch diesen robusten Langzeitbeleg herausgefordert.

Die Implikationen sind weitreichend: Neurologen könnten gezielte Computerprogramme künftig fest in ihre Präventionsempfehlungen aufnehmen. Für die Milliardenindustrie der Gehirntrainings-Apps bedeutet dies den Druck, sich von reinem Entertainment hin zu klinisch validierten Methoden zu entwickeln.

Die entscheidende Frage lautet nun: Welcher genaue Mechanismus steckt hinter der Schutzwirkung dieses speziellen Trainings? Die Entschlüsselung dieses Rätsels ist der nächste große Schritt für die Forschung.

Kein Wundermittel, aber ein mächtiges Werkzeug

Die Zukunft des kognitiven Trainings liegt in weiterer Personalisierung und der Integration in ganzheitliche Gesundheitskonzepte. Digitale Lösungen zur Früherkennung per Smartphone werden bereits erforscht.

Doch Experten betonen: Online-Training ist kein Allheilmittel. Ein gesunder Lebensstil mit Bewegung, sozialen Kontakten und ausgewogener Ernährung bleibt die wichtigste Säule für die Gehirngesundheit im Alter. Das wissenschaftlich fundierte Gehirntraining wird darin jedoch künftig wohl eine deutlich größere Rolle spielen.

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