Studie: Gehirn baut sich in der Schwangerschaft radikal um
24.02.2026 - 15:19:56 | boerse-global.deEine bahnbrechende Studie liefert den bisher detailliertesten Blick auf die sogenannte „Schwangerschaftsdemenz“. Hochauflösende Gehirnscans zeigen: Das Gehirn werdender Mütter durchläuft einen tiefgreifenden Umbau. Dieser bereitet gezielt auf die Mutterrolle vor und ist teils dauerhaft.
„Momnesia“ ist real – und messbar
Bis zu 80 Prozent aller Schwangeren berichten von Vergesslichkeit und Konzentrationsproblemen. Lange wurden diese Symptome als Folge von Stress und Schlafmangel abgetan. Doch eine aktuelle Meta-Analyse bestätigt: Die kognitiven Einbußen, besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel, sind real. Es handelt sich dabei nicht um eine Demenz, sondern um eine funktionale Anpassung.
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Graue Substanz schrumpft um vier Prozent
Die revolutionären Einblicke stammen aus einer Langzeitstudie, die im Fachjournal Nature Neuroscience veröffentlicht wurde. Forscher scannten das Gehirn einer Frau über drei Jahre hinweg 26-mal. Das Ergebnis: Das Volumen der grauen Substanz schrumpfte im Schnitt um vier Prozent. Diese Veränderung war selbst zwei Jahre nach der Geburt noch nachweisbar.
Was klingt wie ein Verlust, ist in Wahrheit ein gezielter Feinschliff. Die Reduktion findet vor allem in Arealen für soziale Kognition statt. Wissenschaftler vermuten: Das Gehirn optimiert sich, um die Bedürfnisse des Babys besser zu erkennen und eine starke Bindung aufzubauen.
Hormone und Stress treiben die „Nebel“-Phase
Die strukturelle Umstellung ist nur eine Seite. Parallel wirken massive hormonelle Schwankungen. Der Anstieg von Östrogen, Progesteron und Oxytocin beeinflusst die Gehirnfunktion direkt und trägt zum Gefühl der Vernebelung bei. Chronischer Schlafmangel und der psychische Stress der neuen Lebensphase verstärken die Effekte noch. Manche Studien deuten an: Die größten kognitiven Einschränkungen treten oft erst nach der Geburt durch die extreme Erschöpfung auf.
Mutterschaft als zweite Pubertät fürs Gehirn
Die Forschung beginnt, die Schwangerschaft als Phase höchster Neuroplastizität im Erwachsenenleben zu sehen – vergleichbar mit der Pubertät. Das Gehirn wird nicht geschädigt, sondern für neue Aufgaben umgebaut. Interessanterweise sind die Veränderungen nicht exklusiv: Auch bei frischgebackenen Vätern lassen sich nach der Geburt Umstrukturierungen im Gehirn nachweisen.
Was kommt als Nächstes?
Die Fallstudie hat ein neues Forschungsfeld eröffnet. Erweiterte Projekte mit mehr Probandinnen sollen nun klären, wie universell diese Hirn-Veränderungen sind. Künftige Studien könnten auch untersuchen, welchen Zusammenhang es zu postpartalen Depressionen gibt. Während die Symptome der „Momnesia“ meist innerhalb von zwei Jahren verschwinden, bleiben die Spuren der Mutterschaft im Gehirn dauerhaft bestehen.
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