Studie, Beschäftigte

Studie: Fast jeder Dritte leidet unter stiller Überlastung

17.02.2026 - 07:42:12 | boerse-global.de

Eine aktuelle Studie zeigt, dass fast jeder dritte Beschäftigte in Deutschland am Rande der Erschöpfung arbeitet. Führungskräfte werden als zentraler Risikofaktor für diese stille Überlastung identifiziert.

Fast jeder dritte Beschäftigte in Deutschland arbeitet am Rande der Erschöpfung. Das zeigt die aktuelle Studie „Arbeiten 2025“ der Pronova BKK. Besonders alarmierend: 40 Prozent der unter 30-Jährigen sind von diesem als „Quiet Cracking“ bekannten Phänomen betroffen. Dabei verbergen Mitarbeiter ihre Überlastung, bis es zu einem Zusammenbruch kommt.

Führungskräfte als zentraler Risikofaktor

Die Studie identifiziert das Führungsverhalten als einen entscheidenden Treiber für die stille Überlastung. Knapp jeder Vierte berichtet von Problemen mit Vorgesetzten. Fast die Hälfte der Befragten bemängelt, dass Führungskräfte Dinge einfordern, die sie selbst nicht vorleben oder Mitarbeiter ungleich behandeln.

Eine gefährliche Wahrnehmungslücke verschärft das Problem: Während 85 Prozent der Führungskräfte glauben, ihre Teams ausreichend zu unterstützen, sagt eine Mehrheit der Mitarbeiter, dass ihr Vorgesetzter noch nie ein Gespräch über mentale Gesundheit initiiert hat.

Hohe Kosten und gesetzliche Pflichten

Die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich. Psychische Erkrankungen verursachen einen wachsenden Anteil an Krankheitstagen, die im Schnitt deutlich länger andauern. Unternehmen stehen zudem in der Pflicht: Der Gesetzgeber verlangt seit Jahren eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen. Oft bleibt diese jedoch eine reine Formalie.

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Experten warnen vor den Konsequenzen dieser Fehleinschätzung. Sie gefährdet das Engagement, die Produktivität und die Bindung von Talenten im Unternehmen.

Psychische Gesundheit als Führungskompetenz

Wie können Unternehmen gegensteuern? Die Lösung liegt in der Führungsentwicklung. Zukunftsfähige Programme müssen Kompetenzen wie empathische Kommunikation und das Erkennen von Stresssignalen in den Mittelpunkt stellen.

Es geht darum, eine Kultur zu schaffen, in der offen über mentale Belastungen gesprochen werden kann – ohne Angst vor Stigmatisierung. Investitionen in diese Führungsqualitäten zahlen sich aus: durch geringere Fehlzeiten, höhere Motivation und eine stärkere Bindung der Mitarbeiter.

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