Studie, Beschäftigten

Studie: Fast 30 Prozent der Beschäftigten leiden still

17.02.2026 - 07:01:12 | boerse-global.de

Eine neue Studie der Pronova BKK offenbart, dass fast ein Drittel der Beschäftigten in Deutschland an der Belastungsgrenze arbeitet. Psychische Fehltage erreichen Rekordwerte, während neue Gesetze die Arbeitswelt verändern.

Eine neue Studie der Pronova BKK schlägt Alarm: Fast 30 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten an ihrer Belastungsgrenze, ohne dass es jemand merkt. Das Phänomen heißt „Quiet Cracking“ – die stille Überlastung. Die Untersuchung zeigt, dass fehlende Wertschätzung, Überstunden und ständige Erreichbarkeit die Haupttreiber sind.

Diese Zahlen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt. Die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen erreichen seit Jahren Rekordhöhen. Gleichzeitig wird hitzig über Arbeitsmoral und Fachkräftemangel diskutiert.

Die alarmierenden Zahlen hinter der stillen Erschöpfung

Die Studie zeichnet ein klares Bild:
* 30 Prozent der Berufstätigen funktionieren nach außen normal, stoßen innerlich aber an ihre Grenzen.
* 40 Prozent der Befragten vermissen Wertschätzung im Job.
* Fast jeder Vierte hat Probleme mit den Vorgesetzten.

Besonders betroffen sind junge Beschäftigte. Sie stehen unter dem Druck, sich zu beweisen, und haben gleichzeitig mit Zukunftsängsten zu kämpfen. Wirtschaftspsychologen warnen: Dieser schleichende Prozess ist tückisch. Oft greifen Hilfsangebote zu spät.

Steigende Fehltage – das sichtbare Symptom

„Quiet Cracking“ ist nur die Spitze des Eisbergs. Krankenkassen melden seit langem einen dramatischen Anstieg bei psychisch bedingten Ausfällen.
* 2023 stiegen die Fehltage aufgrund seelischer Leiden auf 323 Tage je 100 Versicherte.
* Das ist ein Plus von über 50 Prozent innerhalb von zehn Jahren.

In sozialen Berufen wie der Pflege oder Kinderbetreuung liegt die Zahl der Ausfalltage bis zu 71 Prozent über dem Durchschnitt. Die wirtschaftlichen und menschlichen Kosten der Krise sind enorm.

Prävention wird zur Chefsache

Immer mehr Firmen erkennen: Psychische Gesundheit ist kein Bonus, sondern entscheidend für den Erfolg. Experten fordern eine Kultur der psychologischen Sicherheit, in der Mitarbeiter offen über Belastungen reden können.

Wirksame Strategien sind:
* Flexible Arbeitsmodelle für eine bessere Work-Life-Balance.
* Schulungen für Führungskräfte in wertschätzender Kommunikation.
* Klare Regeln für die Erreichbarkeit nach Feierabend.
* Niederschwellige Unterstützung durch Beratungsangebote.

Zwischen Work-Life-Balance und Fachkräftemangel

Die Debatte verläuft kontrovers. Während Gesundheitsexperten vor Überlastung warnen, gibt es politische Vorstöße, den Rechtsanspruch auf Teilzeit einzuschränken – angeblich, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Das Problem ist kein deutsches Phänomen. EU-Daten zeigen: Fast 30 Prozent der Beschäftigten in der EU leiden unter arbeitsbedingtem Stress, Depressionen oder Ängsten.

Neue Gesetze verändern die Arbeitswelt

2026 bringt wichtige gesetzliche Änderungen:
* Die verpflichtende elektronische Arbeitszeiterfassung soll für mehr Transparenz sorgen.
* Bis Juni muss die EU-Entgelttransparenzrichtlinie umgesetzt werden.

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Burnout gilt heute nicht mehr als privates Problem, sondern als strategisches Geschäftsrisiko. Unternehmen, die in die Gesundheit ihrer Belegschaft investieren, sind nicht nur produktiver. Sie haben auch im Kampf um die besten Köpfe die Nase vorn.

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