Studie erschüttert Grundpfeiler der Arthrose-Therapie
22.02.2026 - 14:39:12 | boerse-global.deBewegung lindert Arthroseschmerzen kaum. Das zeigt eine umfassende Analyse, die diese Woche im Fachjournal RMD Open veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse stellen die universelle Empfehlung von Sport als primäre Behandlungsmethode fundamental infrage. Für Millionen Patienten und die Fitnessbranche könnte dies einen Paradigmenwechsel bedeuten.
Kaum Effekt: Bewegung hilft nur kurz
Patienten mit Gelenkverschleiß hören es standardmäßig: Bewegung lindert die Schmerzen. Ein internationales Forscherteam um Tim Schleimer liefert nun ein ernüchterndes Bild. Die Wissenschaftler werteten Daten von über 12.000 Teilnehmern aus früheren Studien aus.
Das Ergebnis ist ernüchternd. Im Vergleich zu Placebo oder gar keiner Behandlung zeigten Übungen nur vernachlässigbare oder sehr kurz anhaltende kleine Effekte. In größeren Studien und bei längerer Beobachtung fielen diese ohnehin geringen Vorteile sogar noch schwächer aus. Die Gewissheit dieser Evidenz bewerten die Autoren selbst als „sehr gering“.
Kein Gelenk profitiert deutlich
Die Wirkung variiert je nach betroffenem Gelenk – bleibt aber insgesamt enttäuschend. Bei Kniearthrose gab es eine leichte, kurzfristige Schmerzreduktion. Bei Hüftarthrose zeigten die Daten: Bewegung macht kaum einen spürbaren Unterschied. Selbst für spezielle Handübungen ließen sich nur geringfügige positive Effekte nachweisen.
Im Vergleich zu anderen Therapien schneidet Bewegung nicht besser ab. Ihre Ergebnisse sind ähnlich wie bei reiner Patientenaufklärung, manueller Therapie, Schmerzmitteln oder Spritzen. In einigen Langzeitstudien lag sie sogar hinter operativen Eingriffen zurück. Das Arsenal an konservativen Maßnahmen ist breit, die begrenzte Wirksamkeit zur Symptomkontrolle aber oft ähnlich.
Was bedeutet das für Patienten und Therapeuten?
Die Studie trifft auf eine Fitness- und Physiotherapie-Branche, die sich stark auf rehabilitatives Training spezialisiert hat. Weltweit sind schätzungsweise 595 Millionen Menschen von Arthrose betroffen – bis 2050 könnte die Zahl auf eine Milliarde steigen.
Müssen Therapeuten nun umdenken? Experten betonen: Ein kompletter Verzicht auf Sport ist nicht angeraten. Körperliche Aktivität hat unbestritten positive Effekte auf die allgemeine Gesundheit. Das primäre Ziel des Trainings könnte sich jedoch verschieben: weg von der reinen Schmerzbekämpfung, hin zum Erhalt der Mobilität, der Sturzprävention und der Lebensqualität.
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Suche nach neuen Wegen
Die Analyse unterstreicht den dringenden Bedarf an neuen, effektiveren Behandlungsansätzen. In der medizinischen Gemeinschaft wird bereits intensiv über personalisierte Therapiekonzepte diskutiert, die individuelle Faktoren gezielter berücksichtigen.
Bis medizinische Leitlinien möglicherweise angepasst werden, bleibt die transparente Aufklärung zentral. Patienten sollten mit realistischen Erwartungen an Bewegungsprogramme herangehen. Möglicherweise ist ein kontinuierliches, dauerhaftes Training nötig, um die bescheidenen Vorteile für die Gelenkfunktion überhaupt aufrechtzuerhalten. Die Erkenntnis erfordert ein Umdenken, eröffnet aber die Chance für eine ehrlichere, patientenzentrierte Versorgung.
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