Studie, Hörverlust

Studie erklärt, wie Hörverlust Demenzrisiko erhöht

17.02.2026 - 03:01:12 | boerse-global.de

Forscher identifizieren direkten biologischen Mechanismus zwischen Hörverlust und Demenz. Hörhilfen senken das Risiko für kognitiven Verfall deutlich.

Eine neue Studie zeigt den direkten biologischen Mechanismus auf, der Hörverlust mit Demenz verbindet. Forscher identifizierten messbare Veränderungen in Schlüsselregionen des Gehirns.

Die in der Fachzeitschrift eNeuro veröffentlichte Untersuchung liefert erstmals eine neurobiologische „Brücke“. Sie belegt, wie nachlassendes Gehör zu einem gemeinsamen Rückgang von Struktur und Funktion in Hirnarealen für Hören, Gedächtnis und Entscheidungen führt. Unbehandelter Hörverlust gilt als einer der größten beeinflussbaren Risikofaktoren für Demenz.

Das Gehirn unter Dauerstress

Die Studie misst die gekoppelten Veränderungen mit einem neuen Wert, dem „Functional-Structural Ratio“ (FSR). Ein sinkender FSR-Wert korrelierte sowohl mit schlechterem Gehör als auch mit schwächeren Leistungen in kognitiven Tests. Betroffen sind Regionen wie der für die Geräuschverarbeitung zuständige Gyrus fusiformis und der für Gedächtnis wichtige Precuneus.

Drei Haupttheorien erklären den Zusammenhang:
* Kognitive Überlastung: Das Gehirn arbeitet auf Hochtouren, um schlecht Gehörtes zu entziffern. Ressourcen für Gedächtnis und Aufmerksamkeit fehlen dann.
* Struktureller Abbau: Fehlende akustische Stimulation lässt Hörregionen schrumpfen – mit Folgen für benachbarte Areale.
* Soziale Isolation: Anstrengende Kommunikation führt zum Rückzug aus Gesprächen. Diese Isolation begünstigt Depressionen und kognitiven Abbau.

Hörgeräte als wirksamer Schutz

Die Forschung zeigt immer deutlicher: Hörhilfen können das Demenzrisiko senken. Eine groß angelegte Untersuchung ergab, dass Hörgeräteträger ein um 19 % geringeres Risiko für langfristigen kognitiven Verfall hatten als unbehandelte Schwerhörige.

Eine andere Studie belegt: Während das Demenzrisiko bei unbehandeltem Hörverlust um 20 % stieg, war es bei Hörgeräteträgern nur um 6 % erhöht. Experten betonen die Bedeutung frühzeitiger Erkennung und Behandlung.

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Ein klarer Auftrag für die Vorsorge

Die Ergebnisse untermauern, was die Lancet Commission on Dementia Prevention bereits feststellte: Hörverlust ist der größte modifizierbare Risikofaktor für Demenz im mittleren Lebensalter. Schätzungen zufolge ließen sich weltweit bis zu 9 % der Demenzfälle verhindern, wenn Hörverlust adäquat behandelt würde.

Die aktuelle Studie liefert nun das biologische Fundament für diesen statistischen Zusammenhang. Sie unterstreicht die Forderung, Hörtests ab dem 50. Lebensjahr als festen Bestandteil der Gesundheitsvorsorge zu etablieren. Die Entstigmatisierung von Hörverlust und ein besserer Zugang zu Hörhilfen werden so zu zentralen Maßnahmen für gesundes Altern.

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