Studie, DiRK

Studie DiRK 2026: Kirchen erforschen KI-Einsatz in Seelsorge

15.01.2026 - 18:35:12

Eine umfassende Studie untersucht ab sofort den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und digitalen Tools in der kirchlichen Arbeit und fragt nach ethischen Grenzen.

Eine Großstudie untersucht ab sofort, wie Künstliche Intelligenz und digitale Tools die kirchliche Arbeit in Deutschland verändern. Die Untersuchung “Digitalisierung im Raum der Kirchen” (DiRK) 2026 baut auf eine Vorgängerstudie von 2023 auf und legt den Fokus neu auf die Chancen und ethischen Grenzen von KI in der Pastoral.

Der umfangreiche Fragebogen richtet sich ab heute an Mitarbeitende und Gemeindemitglieder aller christlichen Konfessionen. Initiiert vom Versicherer VRK (Versicherer im Raum der Kirchen) und der Macromedia Hochschule soll die Studie eine umfassende Momentaufnahme der digitalen Landschaft in den Gemeinden liefern. Ziel ist es, zu verstehen, wie digitale Werkzeuge – von KI-Anwendungen bis zu Podcasts – den modernen Glauben und die Gemeindearbeit prägen. Zahlreiche Landeskirchen, Bistümer und diakonische Einrichtungen unterstützen die Erhebung.

KI im Fokus: Wo liegen die ethischen roten Linien?

Im Vergleich zur Basisstudie von 2023 rückt die aktuelle Erhebung Künstliche Intelligenz stark in den Mittelpunkt. Die Forschenden wollen wissen: Wo kommt KI bereits in Gemeindearbeit und Seelsorge zum Einsatz? Wo könnte sie sinnvolle Unterstützung bieten? Und vor allem: Welche klaren ethischen Grenzen müssen gezogen werden?

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Der Fragenkatalog wurde erweitert und deckt neue, kritische Bereiche des digitalen Lebens ab. Dazu zählen Suchtphänomene durch soziale Medien, die Nutzung nicht genehmigter „Shadow IT“ für KI-Tools durch Mitarbeitende sowie die geografische und konfessionelle Verortung christlicher Influencer. Durch die Wiederholung einiger Fragen aus 2023 wollen die Wissenschaftler zudem Entwicklungen der letzten drei Jahre nachzeichnen.

Die digitale Kluft: Erkenntnisse aus der Vorgängerstudie

Die DiRK-Studie 2023 war die bislang umfangreichste ihrer Art. Über 5.000 überwiegend evangelische und katholische Teilnehmende lieferten Einblicke. Ein zentrales Ergebnis: Die digitale Kluft ist groß. Kirchenmitglieder waren deutlich digital aktiver als der deutsche Bevölkerungsdurchschnitt. Die Digitalgewohnheiten der Hauptamtlichen lagen dagegen nur im Durchschnitt. Die Institutionen Kirche selbst hinkten in der Technologieadoption kommerziellen Unternehmen teils um ein Jahrzehnt hinterher.

Zudem zeigte sich: Während die große Mehrheit der Mitarbeitenden KI beruflich noch nicht nutzte, folgte bereits jedes fünfte Gemeindemitglied einem christlichen Influencer online. Die Ergebnisse stießen auf internationale Resonanz.

Doppelperspektive: Mitarbeitende und Gemeinde im Vergleich

Eine methodische Stärke der DiRK-Studie ist ihre „Doppelperspektive“. Sie befragt gezielt sowohl Hauptamtliche als auch die Gemeindebasis. „Nur so können wir die unterschiedlichen Wahrnehmungen, Bedürfnisse und Erwartungen derjenigen, die kirchliche Angebote machen, und derjenigen, die sie in Anspruch nehmen, vergleichen und gegenüberstellen“, erklärt VRK-Vorstand Jürgen Stobbe. Diese umfassende Sicht soll Kirchenleitungen ein nuanciertes Verständnis der digitalen Transformation in ihren Gemeinden liefern.

Die Erkenntnisse sollen helfen, das digitale Profil der Kirchen zu schärfen und verantwortungsvolle Strategien für den Einsatz von KI und anderen digitalen Tools zu entwickeln. Die Studie will so einen wesentlichen Beitrag zum Dialog über die Zukunft des Glaubens in einer zunehmend digitalen Welt leisten.

Ausblick: Verantwortungsvoll navigieren

Die Ergebnisse der DiRK 2026 werden von Kirchenleitungen, Theologen und Technikexperten mit Spannung erwartet. Sie sollen kritische Daten zum Digitalisierungstempo und zu spezifischen Bedenken bezüglich KI-Ethik im seelsorgerischen Kontext liefern. Die Kernfrage lautet: Wie kann Technologie menschliche Begegnung und geistliche Begleitung unterstützen, ohne das wesentliche menschliche Element der Seelsorge zu ersetzen?

Die Studie untersucht auch neue Formen digitaler Seelsorge und Kommunikation wie den Einsatz spezieller Apps und Podcasts. Letztlich will die Forschung die Kirchen mit dem nötigen Wissen ausstatten, um die Komplexität der Digitalisierung verantwortungsvoll zu gestalten. Der Online-Fragebogen ist ab sofort für alle deutschsprachigen Kirchenmitglieder und -beschäftigten zugänglich.

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