Studie: Deutsche Firmen schlecht auf Personalabbau vorbereitet
12.01.2026 - 12:52:11Jedes dritte Unternehmen plant 2026 Stellenstreichungen – doch die meisten sind darauf nicht professionell vorbereitet. Das zeigt eine neue Benchmark-Studie, die heute von der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP), Boston Consulting Group (BCG) und Restart Career GmbH vorgestellt wurde.
Restrukturierung bleibt Tabu-Thema in Vorstandsetagen
Die Studie „Benchmark Restrukturierung“ deckt ein kritisches Defizit im deutschen Personalwesen auf: Obwohl Transformation allgegenwärtig ist, fehlen in vielen Unternehmen klare Kennzahlen und strukturierte Erfahrungswerte für Trennungsprozesse.
„Restrukturierung ist in vielen Aufsichtsräten ein Tabu, bis sie unvermeidbar wird“, so die Autoren. Die Studie will dieses Schweigen brechen. Ihr zentraler Befund: Unternehmen investieren zwar stark in technische und finanzielle Aspekte der Transformation. Die „soziale Souveränität“ – also die Fähigkeit, die menschliche Seite von Trennungen fair und effektiv zu gestalten – hinkt dagegen oft hinterher.
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Die Veröffentlichung kommt zum richtigen Zeitpunkt. Die deutsche Wirtschaft steckt in einer „Polykrise“ aus demografischem Wandel, technologischer Disruption und geopolitischer Instabilität. Der Druck auf Personalabteilungen, fehlerfreie Restrukturierungen umzusetzen, war nie höher.
Jedes dritte Unternehmen plant Stellenabbau
Die Studie trifft auf eine düstere Wirtschaftsprognose für 2026. Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) zeigen: Rund 33 Prozent der deutschen Firmen wollen in diesem Jahr Personal abbauen. Besonders betroffen ist die Industrie – hier planen fast 41 Prozent der befragten Unternehmen Stellenstreichungen.
Die Treiber haben sich verschoben. Der Fachkräftemangel bleibt zwar ein strukturelles Problem. Der akute Druck entsteht nun jedoch durch hohe Inlandskosten, Bürokratie und schwache Exportnachfrage. Eine separate Analyse von Roland Berger identifiziert die Automobilbranche, das Baugewerbe und den Einzelhandel als Sektoren mit dem höchsten Restrukturierungsbedarf.
In dieser Lage ist Restrukturierung nicht mehr nur Überlebensstrategie für Krisenfirmen. Sie wird zur strategischen Notwendigkeit für gesunde Unternehmen, die Investitionen in KI und Digitalisierung finanzieren müssen. Die Studie betont: „Präventive Restrukturierung“ erfordert andere Werkzeuge als Krisenmaßnahmen – etwa freiwillige Programme und Umschulungen statt abrupte Entlassungen.
Personalabteilungen müssen Change-Architekten werden
Die Studie spiegelt einen strategischen Trend wider. Der Bundesverband der Personalmanager (BPM) hat „HR und die große Restrukturierung“ zur Top-These 2026 erklärt. Demnach muss sich Personalarbeit vom passiven Verwalter von Sozialplänen zum aktiven „Architekt des Wandels“ entwickeln.
Unterstützung findet dieser Shift in neuen Daten von Kienbaum Consultants International. Deren „Vergütungsentwicklungsprognose 2026“ zeigt: Gehaltssteigerungen in Deutschland normalisieren sich auf Vor-Pandemie-Niveau von rund 3,1 Prozent. Diese Mäßigung verschafft Firmen etwas Spielraum.
Doch Kienbaum-Experten warnen: Der Fokus verschiebt sich auf die „Cost of Leadership“. Unternehmen prüfen die Effizienz ihrer Führungsstrukturen immer genauer. Das führt zu Restrukturierungsprogrammen, die nun auch Angestellte und Manager betreffen – nicht mehr nur die Werkbänke.
Die DGFP-Studie unterstreicht: Erfolgreiche Restrukturierung 2026 hängt von einer „Fair-Trennungs“-Kultur ab. Unternehmen, die ausscheidende Mitarbeiter würdevoll behandeln und Outplacement anbieten, schützen ihre Arbeitgebermarke. Diese wird entscheidend sein, wenn sie später für neue Kompetenzen wieder einstellen müssen.
Dauerhafte Transformation wird zur neuen Normalität
Die Studie prognostiziert: Der „Dauer-Beta-Zustand“ der Restrukturierung wird 2026 anhalten. Die Grenze zwischen „Wachstums“- und „Schrumpf“-Phasen verschwimmt. Unternehmen werden aggressiv in KI- und Datenrollen einstellen – und gleichzeitig Stellen in veralteten Verwaltungsfunktionen abbauen.
Branchenbeobachter erwarten, dass die Studienergebnisse mehr Firmen zu datengestützten Trennungsprozessen drängen werden. So wie das Recruiting mit ausgeklügelten Funnels und Konversionsraten gesteuert wird, soll künftig auch Restrukturierung gemessen werden – etwa an der „Time-to-Placement“ für ausscheidende Mitarbeiter oder der „Survivor Engagement“-Quote bei verbleibenden Belegschaften.
Für Personalverantwortliche ist die Botschaft vom 12. Januar klar: Restrukturierung ist eine Kernkompetenz, keine Notfallmaßnahme. Sie zu beherrschen, erfordert dieselbe strategische Strenge wie Produktentwicklung oder Markterschließung. In der Wirtschaftslandschaft 2026 wird die Fähigkeit, Belegschaften zu verkleinern, ohne die Kultur zu zerstören, zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
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