Studie, Abnehmspritzen

Studie: Abnehmspritzen führen oft in Jo-Jo-Falle

07.03.2026 - 19:49:39 | boerse-global.de

Eine Cambridge-Studie zeigt, dass Patienten nach dem Absetzen von GLP-1-Medikamenten schnell wieder zunehmen. Die Pharmaindustrie forscht an neuen Wirkstoffen, doch Experten betonen die Notwendigkeit von Lebensstiländerungen.

Studie: Abnehmspritzen führen oft in Jo-Jo-Falle - Foto: über boerse-global.de
Studie: Abnehmspritzen führen oft in Jo-Jo-Falle - Foto: über boerse-global.de

Eine neue Studie der University of Cambridge rüttelt am Erfolg der populären Abnehmspritzen. Sie zeigt: Nach dem Absetzen der Medikamente nehmen Patienten rasch wieder zu – im Schnitt 60 Prozent des verlorenen Gewichts binnen eines Jahres. Die Ergebnisse, Anfang März im Fachblatt „EClinicalMedicine“ veröffentlicht, zwingen zu einem Umdenken. Experten fordern pünktlich zum Welt-Adipositas-Tag nachhaltigere Strategien gegen starkes Übergewicht.

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Der harte Rückfall nach der Spritze

Das britische Forschungsteam wertete Daten von über 3.200 Patienten aus. Ein alarmierendes Muster wurde sichtbar: Je mehr Gewicht jemand zunächst mit den GLP-1-Rezeptor-Agonisten verlor, desto stärker fiel der Rebound-Effekt später aus. Selbst begleitende Lebensstilprogramme konnten diesen Rückfall oft nicht verhindern.

„Adipositas ist eine chronische Erkrankung“, betont Verhaltensexpertin Professorin Amanda Daley von der Loughborough University. Ein Medikament allein könne sie nicht heilen. Die Daten legen nahe: Ohne dauerhafte Betreuung oder tiefgreifende Veränderungen ist der Jo-Jo-Effekt fast vorprogrammiert.

Pharma sucht nach besseren Wirkstoffen

Die Industrie reagiert auf die Herausforderungen. Roche präsentierte diese Woche vielversprechende Phase-II-Daten für den neuen Wirkstoff Petrelintide. Probanden verloren bis zu 10,7 Prozent Gewicht – bei bester Verträglichkeit. Kein Teilnehmer brach die Studie wegen Erbrechens ab, einer häufigen Nebenwirkung aktueller Präparate.

Ein weiterer Hoffnungsträger kommt aus China: Das siRNA-Medikament CMS-D008 erhielt kürzlich die klinische Zulassung. Es zielt auf ein Lebergen ab und soll Fett reduzieren, während es die Muskelmasse schont. Das ist entscheidend, denn Muskeln halten den Grundumsatz hoch und bekämpfen so den Jo-Jo-Effekt.

Ohne Lebensstiländerung geht es nicht

Trotz aller Pharmafortschritte bleibt die Basis dieselbe: Ernährung und Bewegung. „Die Spritzen helfen gegen Heißhunger, ersetzen aber nie eine ausgewogene Ernährung und Sport“, stellt Professor Klaus Weckbecker von der Universität Witten/Herdecke klar.

Experten empfehlen mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche plus Krafttraining. Letzteres ist essenziell, um den Muskelabbau während des Abnehmens zu bremsen. Die Physiotherapie gewinnt als fester Leitlinien-Baustein an Bedeutung. Sie schont Gelenke und baut die Ausdauer auf – für mehr Durchhaltevermögen.

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Paradigmenwechsel: Adipositas als Daueraufgabe

Die neuen Studien markieren einen Wendepunkt. Die Medizin behandelt starkes Übergewicht zunehmend als chronische Krankheit, die lebenslanges Management erfordert. Die ökonomischen Dimensionen sind gewaltig: Bis 2030 könnten die globalen Kosten auf über 3,2 Billionen Dollar steigen.

Eine lebenslange Voll-Dosis-Medikation wäre für Gesundheitssysteme kaum bezahlbar. Daher erforschen Wissenschaftler nun „Ausschleichstrategien“. Könnte eine niedrigere Erhaltungsdosis nach dem Abnehmen genügen, um das Gewicht zu stabilisieren? Das würde die Belastung für Patienten und Kassen senken.

Personalisierte Kombi-Therapie als Zukunft

Der Trend für 2026 ist klar: Die Zukunft liegt in der cleveren Kombination. Künftige Therapien werden stärker auf den einzelnen Patienten zugeschnitten sein. Die Idee: muskelerhaltende Medikamente mit kassenfinanzierten Bewegungs- und Ernährungsprogrammen verknüpfen.

Der Erfolg misst sich dann nicht mehr nur an verlorenen Kilos. Sondern daran, wie sicher und gesund das neue Gewicht über Jahre gehalten werden kann. Weitere klinische Studiendaten werden noch in diesem Jahr erwartet – und den Weg dorthin weisen.

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