Strategy Aktie: JPMorgan sieht Marktrisiko
03.07.2026 - 00:20:14 | boerse-global.de
Ein Bitcoin-Bestand von rund 847.363 Coins gilt als Machtsymbol – doch genau der könnte jetzt zur Belastung für den gesamten Kryptomarkt werden. J.P. Morgan warnt vor Nebenwirkungen, die über Strategy selbst hinausreichen.
Analyst Nikolaos Panigirtzoglou sieht in der neuen Handelsstrategie des Unternehmens ein Risiko für die breiteren Kryptomärkte. Der Grund: Strategy kann künftig Bitcoin verkaufen, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden – ein Bruch mit der bisherigen reinen Kauf-und-Halten-Politik. Diese Flexibilität erzeuge einen Zwei-Wege-Fluss beim Bitcoin-Preis und erhöhe die Unsicherheit im gesamten Markt. Nach Einschätzung des Analysten bräuchte es eine Reservedeckung von 24 bis 36 Monaten, um Investoren wirklich zu beruhigen – aktuell decken die Dollarreserven von 2,55 Milliarden Dollar etwa 17 Monate an Dividenden- und Zinsverpflichtungen ab.
Das Gewicht von Strategy im Kryptomarkt ist erheblich: Die Bitcoin-Käufe des Unternehmens summierten sich dieses Jahr auf 13,7 Milliarden Dollar, das entspricht laut J.P. Morgan rund 70 Prozent des gesamten geschätzten Kapitalzuflusses in digitale Assets. Insgesamt hält Strategy damit etwa 4 Prozent der gesamten Bitcoin-Versorgung. Ein Verkaufssignal aus dieser Position wiegt entsprechend schwer – erste Auswirkungen zeigten sich bereits Ende Mai und Anfang Juni, als eine Meldung über den Verkauf von 32 Bitcoin zur Finanzierung von Vorzugsdividenden die Kryptopreise belastete.
Neues Rahmenwerk spaltet die Analysten
Der Kurswechsel ist Teil eines neuen Digital Credit Capital Framework, das Rückkaufprogramme über insgesamt 2 Milliarden Dollar für Stamm- und Vorzugsaktien sowie ein Bitcoin-Monetarisierungsprogramm von bis zu 1,25 Milliarden Dollar umfasst. Die Dividende der Vorzugsaktie STRC steigt parallel von 11,5 auf 12 Prozent.
An der Börse kam das zunächst gut an, die Aktie erholte sich in den vergangenen Handelstagen deutlich. Bei den Kurszielen zeigt sich jedoch ein gespaltenes Bild: TD Cowen senkte sein Ziel von 400 auf 260 Dollar, Citi Research kappte seine Vorgabe sogar von 260 auf 136 Dollar, hält aber an der Kaufempfehlung fest. Citi-Analyst Peter Christiansen begründet den Schritt mit einer um 27 Prozent gekürzten Bitcoin-Prognose von rund 81.800 Dollar für die kommenden zwölf Monate.
STRC bleibt die offene Flanke
Die eigentliche Schwachstelle liegt bei der Vorzugsaktie STRC. Sie diente lange als zentrales Finanzierungsvehikel für neue Bitcoin-Käufe, solange sie nahe ihrem Nennwert von 100 Dollar notierte. Aktuell liegt sie rund ein Viertel darunter – und bremst damit genau den Mechanismus, der Strategy bislang frisches Kapital verschaffte.
Citi sieht sein neues Kursziel erst dann als erreichbar an, wenn sich die Vorzugsaktien nach dem angekündigten Rückkaufvolumen wieder ihrem Nennwert annähern. Ob das gelingt, hängt maßgeblich davon ab, wie glaubwürdig Strategy die gesicherte Zahlung der Vorzugsdividenden vermitteln kann – während das ursprüngliche Softwaregeschäft kaum noch zum Umsatz beiträgt und die Bilanz vollständig vom Bitcoin-Bestand dominiert wird.
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