Planethic Aktie: Von 19,75 auf 0,35 Euro
03.07.2026 - 00:17:22 | boerse-global.de
Die Planethic Group AG sagt ihre für den 21. Juli 2026 geplante Gläubigerversammlung ab. Grund ist der Insolvenzantrag in Eigenverwaltung, den das Unternehmen am 25. Juni 2026 beim Amtsgericht Berlin gestellt hat. Die rechtliche Grundlage für die geplante Abstimmung ist damit hinfällig.
Vom Anleihe-Streit zum Insolvenzantrag
Eigentlich sollte die Versammlung über die Zukunft der Unternehmensanleihe entscheiden. Das Papier läuft von 2020 bis 2030 und trägt einen Zinssatz von 7,5 Prozent.
Das Volumen beträgt 10 Millionen Euro. Eine erste Abstimmung im April scheiterte an der nötigen Beteiligungsquote. Danach setzte Planethic für den 30. Juni 2026 eine zweite Versammlung an, um über neue Anleihebedingungen zu entscheiden.
Der Insolvenzantrag macht diesen Plan nun hinfällig. Das Unternehmen begründet die Absage mit der "wesentlichen Veränderung der rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen". Neue Termine für Gespräche mit den Anleihegläubigern nennt Planethic bisher nicht.
Eigenverwaltung: Was sich ändert – und was nicht
Im Eigenverwaltungsverfahren bleibt der Vorstand im Amt. Ein gerichtlich bestellter Sachwalter beaufsichtigt die Geschäftsführung. Ziel ist es, die laufenden Restrukturierungsmaßnahmen fortzuführen und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
Der Geschäftsbetrieb läuft nach Unternehmensangaben uneingeschränkt weiter. Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner sollen die Zusammenarbeit wie gewohnt fortsetzen. Betroffen ist ausschließlich die Holding Planethic Group AG. Tochtergesellschaften und Beteiligungen bleiben außen vor.
Auch die Belegschaft ist informiert. Für den gesetzlich vorgesehenen Zeitraum sichert das Insolvenzgeld die Entgeltansprüche der Mitarbeiter ab.
Aktie bleibt hochvolatil
Die Aktie notiert aktuell bei 1,06 Euro, ein Plus von 8,16 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 0,98 Euro. Der kurzfristige Sprung täuscht über die langfristige Entwicklung hinweg.
Auf Wochensicht hat die Aktie 54,31 Prozent verloren. Im 30-Tage-Vergleich beträgt das Minus 63,82 Prozent.
Seit Jahresanfang steht ein Verlust von 83,94 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es sogar 93,54 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 19,75 Euro aus dem Juli 2025 trennen die Aktie noch 94,63 Prozent. Erst am 26. Juni 2026 markierte sie bei 0,35 Euro ein neues Jahrestief.
Der RSI von 16,9 signalisiert eine stark überverkaufte Aktie. Die annualisierte Volatilität von 145 Prozent zeigt, wie nervös der Handel mit dem Papier derzeit verläuft.
In den kommenden Wochen will der Vorstand gemeinsam mit den Stakeholdern die Restrukturierung vorantreiben und die Grundlage für eine nachhaltige Sanierung legen. Die Anleihegläubiger sollen über den Fortgang des Verfahrens zeitnah informiert werden.
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