Sivers, Semiconductors

Sivers Semiconductors Aktie: Short-Quote springt auf 17 Prozent

20.06.2026 - 07:36:21 | boerse-global.de

Sivers Semiconductors verzeichnet eine extreme Rally, während die Short-Quote auf 17 Prozent steigt. Institutionelle Anleger stehen optimistischen Retail-Investoren gegenüber.

Sivers Semiconductors: Shortseller vs. Optimisten im Tauziehen
Sivers - Ein digitaler Börsenbildschirm zeigt einen roten Abwärtstrend und einen Anstieg der Short-Quote für eine Technologieaktie. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Vom Penny-Stock zum Milliarden-Wert in weniger als vier Monaten. Sivers Semiconductors hat eine der spektakulärsten Rallys des Jahres hingelegt — und zieht damit Lager an, die sich gegenseitig kaum feindlicher sein könnten.

Leerverkäufer gegen Retail-Optimisten

Der Freitag endete mit einem kleinen Dämpfer. Die Aktie schloss bei 8,65 Euro, ein Minus von 1,65 Prozent. Auf Wochensicht steht aber noch ein Plus von 3,28 Prozent. Und auf 30-Tage-Sicht sind es satte 75,60 Prozent.

Diese Zahlen haben Leerverkäufer auf den Plan gerufen. Die Short-Quote kletterte auf 17 Prozent der ausstehenden Aktien. Anfang März lag sie noch bei 1,6 Prozent. Ein dramatischer Anstieg — und ein klares Zeichen, dass institutionelle Investoren die Bewertung für überzogen halten.

Richard Bråse vom Vermögensverwalter Protean nannte die aktuelle Bewertung schlicht „total fantaisiste". Calle Soderberg, Analyst bei Nordnet, warnte, viele Marktteilnehmer tanzten „nahe am Ausgang". Der Hintergrund: Das Unternehmen kommt auf eine Marktkapitalisierung von rund 23,5 Milliarden Schwedischen Kronen — bei negativem Cashflow im zuletzt gemeldeten Quartal.

Indexaufnahme und KI-Fantasie als Gegengewicht

Auf der anderen Seite stehen handfeste Katalysatoren. Am 1. Juni nahm der OMX Stockholm Benchmark Index Sivers auf. Kurz darauf folgte die Aufnahme in den MSCI Small-Cap Index. Beide Ereignisse erzwingen Käufe durch ETFs und passive Fonds — unabhängig vom Kurs.

Hinzu kommt die Wachstumsstory. Das Management verweist auf eine Pipeline potenzieller Aufträge im Wert von 799 Millionen US-Dollar. Der Treiber: Nachfrage nach optischen Komponenten für KI-Infrastruktur. Eine Partnerschaft mit dem Auftragsfertiger Jabil soll die Kapazitäten absichern. Optimisten sehen 2027 als mögliches Wendejahr — wenn aus der Pipeline echte Umsätze werden.

Extreme Volatilität, extreme Abstände

Die technischen Daten spiegeln das Ausnahmejahr wider. Sivers notiert 62 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 5,34 Euro. Vom 52-Wochen-Tief bei 0,27 Euro im März hat sich der Kurs mehr als verdreißigfacht. Zum Allzeithoch von 10,23 Euro, erreicht Anfang Juni, fehlen noch rund 15 Prozent.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 236 Prozent. Der RSI bewegt sich bei 60,5 — erhöht, aber noch kein Extremsignal. Kein Wunder, dass die Frage nach einem Short Squeeze die Diskussion dominiert. Bei einer Short-Quote von 17 Prozent könnte ein erneuter Kursschub die Leerverkäufer unter Druck setzen und die Rally weiter beschleunigen. Ob die institutionelle Skepsis dagegen hält, wird sich in den kommenden Handelswochen zeigen — spätestens wenn neue Quartalszahlen die Bewertung auf den Prüfstand stellen.

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