Sivers, Semiconductors

Sivers Semiconductors Aktie: 20,30 Prozent auf 87,70 Kronen

25.05.2026 - 14:14:51 | boerse-global.de

Sivers Semiconductors verzeichnet einen rasanten Kursanstieg, angetrieben durch KI-Photonik-Erwartungen, trotz anhaltend hoher Verluste und fehlender operativer Impulse.

Sivers Semiconductors Aktie: 20,30 Prozent auf 87,70 Kronen - Foto: über boerse-global.de
Sivers Semiconductors Aktie: 20,30 Prozent auf 87,70 Kronen - Foto: über boerse-global.de

Sivers Semiconductors erlebt einen der auffälligsten Läufe im europäischen Halbleitersegment. Der Markt preist die Aktie immer stärker als KI-Photonik-Story ein, obwohl die veröffentlichten Zahlen noch tiefrote Ergebnisse zeigen. Genau dieser Abstand macht die Bewegung so brisant.

Am Montag notierte die Aktie um 10:54 Uhr bei 87,70 schwedischen Kronen. Das entsprach einem Plus von 20,30 Prozent und hob den Börsenwert auf rund 21,54 Milliarden Kronen.

Bewertung schießt nach oben

Der Sprung kam nicht aus dem Nichts. Bereits am vorangegangenen Handelstag war die Aktie bei 72,90 Kronen aus dem Markt gegangen, nachdem sie 23,45 Prozent zugelegt hatte. Der Börsenwert lag damals bei etwa 17,44 Milliarden Kronen.

Damit hat sich die Neubewertung binnen kurzer Zeit noch einmal beschleunigt. Im Mittelpunkt steht nicht nur der Kursanstieg, sondern die Frage, wie viel Zukunft der Markt bereits vorwegnimmt.

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Die Multiples sind anspruchsvoll. Für Sivers Semiconductors wurden am Montag ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 59,69 und ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 20,00 ausgewiesen. Die Zahl der ausstehenden Aktien lag zuletzt bei 295,42 Millionen.

Kein neuer operativer Auslöser

Eine neue Unternehmensmeldung als unmittelbarer Treiber gab es am Montag nicht. Die jüngsten offiziellen Nachrichten drehten sich um Personalvorschläge für den Verwaltungsrat, eine Finanzierungsaktualisierung und die Einladung zur Hauptversammlung.

Am 20. Mai schlug das Nominierungskomitee fünf Kandidaten für den Verwaltungsrat vor. Bami Bastani, Todd Thomson und Karin Raj sollen zurückkehren, neu dazukommen sollen Joakim Nideborn und Helena Svancar.

Tomas Duffy, Erik Fallstrom und Keith Halsey stehen dagegen nicht mehr auf der Kandidatenliste. Die Personalie passt zur strategischen Erzählung des Unternehmens: Sivers positioniert sich rund um KI-Rechenzentren, Photonik, mmWave, Satellitenkommunikation, LiDAR und Sensorik.

Zahlen hinken der Story hinterher

Operativ ist der Abstand zur Börsenfantasie groß. Für das Geschäftsjahr 2025 meldete Sivers nach Anpassungen einen Umsatz von 306,6 Millionen Kronen, ein operatives Ergebnis von minus 177,8 Millionen Kronen und einen Nettoverlust von 222,6 Millionen Kronen.

Die Korrekturen hängen mit der Aufarbeitung der Konzernabschlüsse zusammen. Ziel ist eine bessere Annäherung an Standards des US Public Company Accounting Oversight Board, weil Sivers eine mögliche Zweitnotierung an der Nasdaq New York prüft.

Dabei ging es unter anderem um Umsatzverschiebungen zwischen Berichtsperioden, neue Lagerbewertungen, geänderte Fair-Value-Annahmen bei aktienbasierter Vergütung und Wertminderungen auf zuvor aktivierte Entwicklungsausgaben. Das ist kein Randdetail. Solche Anpassungen verändern die Vergleichsbasis für die Bewertung.

Für 2024 wurde der Umsatz auf 219,2 Millionen Kronen angepasst. Zuvor hatte Sivers 243,7 Millionen Kronen ausgewiesen.

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Auch das Ergebnis fiel nach der Neudarstellung schwächer aus. Der Nettoverlust lag nun bei 183,9 Millionen Kronen, nach zuvor gemeldeten 116,3 Millionen Kronen.

KI-Photonik bleibt der Kurstreiber

Der Markt setzt klar auf die strategische Rolle von Sivers in der nächsten Infrastrukturwelle. Hochleistungslaser für KI-Rechenzentren, co-packaged Optics, mmWave-Produkte für Satellitenkommunikation sowie Anwendungen rund um 5G und 6G liefern die Fantasie.

Die veröffentlichten Zahlen zeigen aber ein anderes Bild: Sivers wächst in einem attraktiven Technologiefeld, verdient damit bislang jedoch kein Geld. Genau darin liegt der Kernkonflikt der Aktie. Die Bewertung reflektiert bereits einen deutlichen strategischen Aufschlag, bevor sich dieser vollständig in Umsatz und Ergebnis niederschlägt.

Der nächste konkrete Prüfstein bleibt die operative Umsetzung der KI-Photonik- und Wireless-Strategie. Solange neue Aufträge, Umsatzwachstum und geringere Verluste nicht nachziehen, bleibt der aktuelle Kurslauf vor allem ein Vertrauensvotum in die künftige Rolle von Sivers im KI-Infrastrukturmarkt.

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